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ReligionBrockhaus 1882

Compostela, eigentlich Santiago de C., Hauptstadt des span. Königreichs Galicien, in der Provinz Coruna, liegt 33 kmvom Meere auf einem hügeligen, in weitem Umkreise von Bergen umringten Plateau, am Abhange des Monte-Pedroso zwischen den Ullazuflüssen Sar und Sarela 227 m hoch. Die Stadt ist der Sitz eines Erzbischofs (nächst dem von Toledo der bedeutendste Prälat Spaniens), des 1161 gestifteten Ritterordens gleiches Namens, einer 1532 gestifteten, stark besuchten Universität, nach Madrid der einzigen, welche sechs Fakultäten hat (Theologie, Jurisprudenz, Medizin, Philosophie und Philologie, alurwissenschaften, harmacie), eines erzbischöfl. Seminars und zweier Colegios oder höhern Schulanstalten. C. ist weitläufig, aber unregelmäßig gebaut, hat altertümliche, hohe, nach der Straße zu meist auf Arkaden ruhende Gebäude, 15 Kirchen, 4 Hospitäler, 1 Waisenhaus, 3 Kasernen und noch einige von den früher vorhandenen 16 Klöstern. Die aus dem 11. uusaßt stammende große, prachtvolle Kathedrale umfaßt mit dem dazu gehörigen Kloster, dem erzbischöfl. Palast und andern Nebengebäuden ein Areal von a. Die Kirche selbst hat sieben Eingänge, zwei Turme von 78 m Höhe, im Innern sechs von schlanken Säulen getragene Schiffe und 25 Kapellen. Conversations-Lexikon. 13, Aufl. IV. und bildet ein Kreuz von 87 m Länge und 64 m Breite. Auf dem Hochaltar befindet sich 4 eines Gemäldes die lebensgroße Statue des heil. Jakobus (Santiago), des Schutzpatrons von Spanien. Der Leib dieses Apostels soll in der Krypta begraben liegen; auch wird unter andern Reliquien sein Haupt gezeigt. Nach der Legende Een dieser Leib 829 nach C. gebracht worden sein. Seit dieser Zeit ward die Stadt der besuchteste iwbeuhut in Spaniens, was sie noch ist, und weit berühmt in der ganzen kath. Amieeme Eine Pilgerreise dahin galt ebenso viel wie eine n und jeder Pilger (romero) erhielt ein Certificat (compostela), daher der Beiname der Stadt. Früher war die Kathedrale sehr reich an Kunstschätzen (herrlichen Glasfenstern, ausgezeichneten Bildwerken) und Kostbarkeiten; während des Franzosenkriegs ging jedoch der größte Teil davon verloren. Die 24 192 C. (1877) treiben lebhaften Handel mit ihren Fabrikaten, mit Leinwand, Seide, Garn, Lederwaren, Hüten und Papier. Die Umgegend ist reich an Obst, Gartenfrüchten, Gemüse, Cerealien und Vieh.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 545Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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