Conenurs, s. Konkurs. Concursus ad delictum bezeichnet, was die heutige Strafrechtswissenschaft Teilnahme am Verbrechen nennt. Einzelne Delikte können, sei es von Einem Subjekt, sei es von mehrern Subjekten (Verbrechermehrheit), durch deren verbrecherisches Zusammenwirken verübt werden. Andere (wie Ehebruch, Zweikampf, Bestechung, Aufruhr, Meuterei) verlangen von vornherein eine Mehrheit von an der That beteiligten Subjekten (sog. concursus necessarius). Nicht zu verwechseln ist hiermit «concursus delictorumo, d. h. Zusammentreffen mehrerer Verbrechen durch eine und dieselbe Handlung eines Delinquenten, oder andererseits mehrerer Verbrechen durch verschiedene, getrennte Handlungen. Vgl. Schütze, Die notwendige Teilnahme am Verbrecheno (Lpz. 1869). Condamine (Charles Marie de la), franz. Reisender und Mathematiker, geb. 28. Jan. 1701, betrat die militärische Laufbahn, verließ diese aber, um sich ganz den Wissenschaften zu widmen. Durch Reisen in der Levante und an den afrik. Küsten wie durch mehrere wichtige Schriften vorteilhaft bekannt, wurde er als Adjunkt in die pariser Akademie der Wissenschaften aufgenommen. Letztere sandte ihn 1735 mit Godin und Bouguer nach Peru, um daselbst Messungen für die genauere Bestimmung der mißt, sind unter K aufzusuchen. Gestalt der Erde zu machen. Die Ausführung dieses Auftrags nahm zehn Jahre in Anspruch und war mit großen Schwierigkeiten verknüpft. Auf der Rückreise fuhr C. den Amazonenstrom hinab, von dem er die erste auf astron. Berechnungen gegründete Karte ½½hu5 Auch brachte er von hier das erste Curare (Pfeilgift) mit nach Europa. 1745 nach Paris zurückgekehrt, war er litterarisch thätig, wirkte für Einführung der Impfung zum Schutz gegen die Blattern und wurde 1760 in die Académie frangaise aufgenommen. Er starb 4. Febr. 1774. Unter seinen Schriften sind noch jetzt von Wert: Relation abrégée d'un voyage fait dans PAmérique méridionaler (Par. 1745), (Mesure des trois premiers degrés du méridien dans Phémisphère australo (Par. 1751) und Journalduvoyage fait à I'équateur (Par. 1751; Suppl. 1752). Condeé (Condate) oder Condé-sur-l'Escaut, Stadt und Grenzfestung im franz.Norddepartement, im ehemaligen Hennegau, Arrondissement Valenciennes, an der Mündung der Hayne in die Schelde und an der an die Nordbahn anschließenden Lokalbahn Anzin-Peruwelz, in einer mit Sümpfen bedeckten Gegend, wele außerdem durch Schleusen unter Wasser gesetzt werden kann, hat ein Kommunal-College, ein großes Steinkohlenentrepot und Steinkohlengruben, Brauereien, Gerbereien, Schiffbau. Die Stadt war früher eine unabhängige Baronie, die 1487 an das Haus Bourbon kam und einem Zweige desselben, dem Hause Condeé (s. d.), den Namen gab. Im J. 1679 kam es im Frieden von Nimwegen an Frankreich. Die Festung wurde durch De Ville und Vauban angelegt. Die Bevölkerung, die sich (1876) auf 3382 (Gemeinde 4346 Seelen beläuft, treibt Schiffbau und el.Bier. und fabriziert Cichorienkaffee, Leder, Nägel, Bier, Salz und Mehl. C. wurde 880 von den Normannen erobert, 1478 von Ludwig XI., 1580 vom Prinzen von Oranien, 1649 und 1676 von den Franzosen, die sie im Nimwegener Frieden behielten.