Condé (Ludwig I. von Bourbon, Prinz von), der Stifter des fürstl. Hauses C., ein jüngerer Sohn Karls von Bourbon, Herzogs von Vendöme, Bruder Antons, Königs von Navarra, geb. 7. Mai 1530, zeichnete sich schon unter Heinrich II. durch tapfere Thaten aus. In dem Zwiespalte zwischen den Häusern Guise und Bourbon Hugenott geworden, war C. die Seele der Verschwörung von Amboise. Nach Entdeckung derselben ward er 30. Okt. 1560 in Orléans festgenommen und ohne Umstände um Tode verurteilt, doch rettete ihn der Tod Franz' II. vom Schafott. Am 11. April 1562 eröffnete C. als Anführer der unterdrückten Calvinisten den ersten Religionskrieg mit der Wegnahme von Orléans, Rouen und andern Städten. Nachdem er 18. Dez. in der Schlacht bei Dreux geschlagen, verwundet und gefangen worden, beeilte sich der bedrängte Hof, 19. März 1563 zu Amboise Frieden zu schließen; aber schon 1567 stand C. wieder mit den Hugenotten in Waffen. Nach der Schlacht von St.⸗Denis, 10. Nov., belagerte er mit den deutschen Hilfstruppen Chartres und schloß 10. März 1568 mit dem Hofe wiederum Frieden. Einem Attentat seiner Gegner, die ihn auf seinem Landgute festnehmen wollten, entging er glücklich und rüstete .5 abermals zum Kriege gegen den Hof und die kath. Partei. Am 13. März 1569 kam es in der Nähe von Jarnae zur Schlacht. Das kath. Heer den unter der Anführung des jungen Herzogs von Anjou erst Coligny, dann wurde auch C. ins Treffen verwickelt, verwundet und gefangen genommen. Man war eben beschäftigt, dem Prinzen die Wunden zu verbinden, als der Anführer der Schweizergarde, Montesquiou, ihn niederschoß. Vgl. Mémoires de Louis de Bourbon, prince de C.o (3 Bde., Straßb. 1569; beste Ausg., 6 Bde., Lond. 1743).— Als Prinz von C. folgte ihm sein ältester Sohn, Priw ve erzog von Enghien; der zweite war Franz, rinz von Conti (s. d.); der dritte Karl, Kardinal-Erzbischof von Rouen, geb. 30. März 1562, gest. 1594; und der vierte Karl, Graf von Soissons (s.d.).