Condé (Ludwig Undes von Bourbon, Prinz von), der einzige Sohn des Herzogs Ludwig Heinrich von Bourbon und der Prinzessin Karoline von Hessen-Rheinfels, geb. zu Paris 9. Aug. 1736, verlor, noch nicht 5 Jahre alt, beide Eltern. Unter die Vormundschaft seines Oheims, des Grafen Charolois, gestellt, erfreute er sich der besondern Gunst Ludwigs XV. Schon als 15jähriger Jüngling erhielt er die Würde eines Großmeisters des königl. Hauses und vermählte sich 1752 mit Charlotte Elisabeth, einer Tochter des Herzogs Karl von Rohan-Soubise. Mit Beginn des Siebenjährigen Kriegs trat er in die Armee, wurde 1758 zum Generallieutenant ernannt und erfocht 30. Aug. 1762 bei Friedberg über den Erbprinzen von Braunschweig einen bedeutenden Sieg. Da er sich 1771 gegen die vom König genehmigte Reorganisation der Parlamente aussprach, wurde er auf kurze Zeit verbannt. Bei der Versammlung der Notabeln 1787 präsidierte er einem Bureau und unterzeichnete zu Ende des Jahres das Memorial, in welchem Aristokratie und Klerus gegen jede Verletzung ihrer Privilegien protestierten. Im J. 1789 verließ C. Frankreich, sammelte in Deutschland am Rhein eine Anzahl gleichgesinnter Emigranten, organisierte auf seine Kosten ein kleines Heer und zeigte in einem Manifest an, daß er entschlossen sei, sich unter den Ruinen der franz. Monarchie zu begraben. Die Nationalversammlung antwortete hierauf mit einem Dekret, das des Prinzen Rente aus der Staatskasse konfiszierte, das Vermögen der C. unter Sequester Frau und ihn selbst aufforderte, entweder nach rankreich zurückzukehren oder sich von der Grenze zu entfernen und die Erklärung abzugeben, daß er nie gegen sein Vaterland die Waffen führen wolle. Auch Ludwig XVI. bat ihn, nicht länger Rechte zu verteidigen, die durch das Nationalgesetz aufgehoben seien. Allein C. verwarf mit den übrigen Prinzen jede Vermittelung. Er vereinigte 1792 sein Korps mit dem österr. Heere unter Wurmser, marschierte auf Landau, wurde aber von Custine nach dem Breisgau zurückgedrängt. * den folgenden Feld—⸗ dent zeichnete er sich wiederholt aus und trat nach em Frieden von Campo-Formio (1797) mit seiner Schar in russ. Dienste. Er sührte dieselbe nach Volhynien, aden⸗ von Paul J. das Großpriorat des Malteserordens mit 9000 Rub. Einkünften und kämpfte 1799 in der Schweiz gegen die Französische Republik. Als sich Paul I. von der Koalition zurückzog, schloß sich C. wieder dem österr. Heere an, bis der Rn. von Lunéville ihn nötigte, sein Korps aufzulösen. Hierauf begab er sich 1801 nach England, wo er im Genusse einer Pension von 100000 Livres in der Abtei Amesbury ein eingezogenes Leben führte. Die Ereignisse von 1814 führten C. im Gefolge Ludwigs XVIII. nach Frankreich zurück und gaben ihm seine frühere Stellung wieder. Er starb in Paris 13. Mai 1818. C. ist der Verfasser des geistreichen Essai sur la vie du grand C. (Lond. 1806 u. öfter). Vgl. Chamballand, (Vie de Louis-Joseph, prince de C.o (3 Bde., Par. 1819—20).