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ErdkundeBrockhaus 1882

Corella, Stadt in der span. Provinz Pamplona (Navarra), Distrikt Tudela, 16 Km im NW. von diesem Orte, an dem zum Ebro fließenden Alhama, zählt (1877) 5613 E., und liefert viel Getreide, Hanf, Wein, Ol; auch hat sie eine große Fabrik von Regalizia⸗(Süßholz⸗)Saft (Lakritzensaft). Corelli (Arcangelo), berühmter ital. Violinspieler und Komponist, der Vater des Violinspiels genannt, geb. im Febr. 1653 zu Fusignano bei Imola (im ehemaligen Kirchenstaate), machte besonders in Rom seine musikalischen Studien und hatte vornehmlich den päpstl. 1. Matteo Simonelli in der Komposition, sowie Bassani im Violinspielen zu Lehrern. Im J. 1672 scheint er in Paris gewesen und dann nach Deutschland gegangen zu sein, wo er unter anderm auch den hannov. Hof besuchte und eine Zeit lang beim Kurfüsten von Bayern in Diensten stand. Im J. 1681 wieder nach Rom zurückgekehrt, fand er in dem Kardinal Ottoboni einen eifrigen Beschützer, der ihm sogar in seinem Hause Wohnung gab und ihn zum Dirigenten seiner Hauskapelle machte. Er gab 1683 sein erstes Werk, 12 Kirchensonaten für zwei Violinen und Ruf mit Orgelbegleitung, heraus, welches seinen Ruf als Komponist auch für das Ausland begründete, und auch sein Ruhm als Violinspieler stieg von Tag zu Tage. Abgerechnet eine Reise nach Neapel, die er 1708 auf Einladung des Königs machte, lebte er fortwährend in dem Hause seines Protektors, pflegte eifrigst seine Kunst und beschäftigte sich nebenbei mit dem Sammeln von Gemälden, deren er, unterstützt durch seine Freunde Cignani und Carlo Maratti, die bekannten Maler, eine gute Zahl zusammenbrachte. Sein Tod erfolgte 8. Jan. 1713; sein Vermögen sowie seine Bi . der abern vermachte er dem Kardinal Ottoboni, der aber nur die Gemälde behielt, während mißt, sind unter K aufzusuchen. er das Geld Rir Verwandten C.s zukommen ließ. Um die Vervollkommnung des Violinspiels 1 sich t C. die größten Verdienste erworben, sowohl durch Unterweisung wie durch Kompositionen. Aus seiner Schule gingen Männer wie Geminiani, Loca⸗ x telli, Somis u. a. hervor. Seine Kompositionen l sind von klassischer Bedeutung, erlangten eine außerordentliche Verbreitung und waren auf die Ausbildung der Instrumentalmusik von durchgreisendem Einfluß. Händel und fast sämtliche Komponisten der Zeit haben in diesem Fache C. zum Muster genommen. Als Op. 1—4 publizierte er sein Hauptwerk, 48 Sonaten für zwei Violinen, Violoncell und Klavier-oder Orgelbaß (neu herausg. durch Joachim, Bd. 1 von C.s Werken, Lpz. 1869), darauf als Op. 5 die gleichberühmten Violinsoli mit Klavier und als Op. 6 die 12 schönen Instrumentalkonzerte (Concerti grossi). Trotz dieser wenig umfänglichen Kompositionen ist C. doch in der Musik eine bedeutendere und historisch wichtigere Persönlichkeit, als mancher, der ihn äußerlich weit zu überragen scheint.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 596Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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