Coröna (lat., Krone) nennt man die weißliche Strahlenkrone, die während einer totalen Sonnenfinsternis die dunkle Mondscheibe nimbus⸗ oder glorienförmig umschließt. Die C., welche zwar scheinbar am Mondesrand auftritt, deren wahrer Sitz iedoch der Sonnenrand ist, wurde besonders seit der totalen Sonnenfinsternis im J. 1842 wiederholt Conversations-Lexikon. 13. Anfl. IV. (1850, 1851, 1860, 1868, 1869, 1870, 1875, 1878) — am beobachtet, wobei sich ergab, daß dieselbe, obwohl an vielen Stellen von den eigentümlichen karminroten Hervorragungen, den sog. Protuberanzen (s. d.), unterbrochen, doch in der Beschaf auheu wesentlich von diesen zu unterscheiden ist. Neuere spektroskopische Beobachtungen ergeben nun, daß das Spektrum der C. ein doppeltes ist, es besteht zunächst aus einem schwachen kontinuierlichen Spektrum, woraus hervorgeht, daß ein Teil des Coronalichts reflektiertes Sonnenlicht sein muß, sodann aus einer einzelnen hellen grünen Linie, die auch in dem Spektrum der Protuberanzen gesehen wurde, aber bisher noch nicht mit einem irdischen Stoffe zu identifizieren war. Die Ausdehnung der C. ist eine ungeheuere und erstreckt sich fr uns sichtbar nicht selten bis zu einer Höhe von 700 000 Kur (dem halben Sonnendurchmesser). Eine eigentliche Atmosphäre, eine kontinuierliche, sich durch eigene Clasticität erhaltende Gasmasse ist sie aller Wahrscheinlichkeit nach nicht, sondern viel eher besteht sie aus einzelnen Partikeln, die durch die Wirkung der enormen Hitze zu Dampf verflüchtigt sert öglicherweise ist sie durch Schwärme äußerst kleiner Meteore, welche die Sonne in unmittelbarer Nähe umkreisen, entstanden. (S. Sonne.)