Corot (Jean Baptiste Camille), franz. Landschaftsmaler, geb. 29. Juli 1796 zu Paris, besuchte das Lyceum zu Rouen und trat 1822 in das Ateliet des akademischen Landschaftsmalers Michallon, nach dessen baldigem Tode er bei Victor Bertin Unterricht erhielt. Im J. 1826 unternahm er eine Reise nach Italien, wo er sich mit dem histor. Landschaftsmaler Aligny befreundete, der großen Einfluß auf seine künstlerische Entwickelung hatte. Seine ersten Landschaften, Vue prise à Narni und Campagne de Rome betitelt und 1827 zur pariser Ausstellung eingesandt, wurden von dem damaligen Herzog von Orléans für seine Sammlung moderner Bilder im Palais-Royal angekauft, aus der sie 24. Febr. 1848 abhanden kamen. C, beschickte seitdem 30 Jahre lang und länger die Ausstellungen mit zahlreichen sog. heroischen oder idyllischen Landschaften, die ihm wenig Ruhm und Gewinn brachten, bis er endlich mit seiner Richtung durchdrang. Er sah seine Werke um das Zehn⸗ und Zwanzigfache im Preise steigen, war aber 60 J. alt, als mißt, sind unter Kaufzusuchen. Wiit seine Gemälde in Mode kamen. C. starb zu Paris 22. Febr. 1875. Seine Werke offenbaren bei nachlässiger, skizzenhafter Seint teine die Gabe einer feinen Beobachtung. Seine kleinen, auf dem Felde oder im Walde gemachten Studienstücke sind stets als Stimmungsbilder behandelt. Gleich in seinen ersten Versuchen zeigte C. seine Vorliebe für Landschaften in gedämpftem Sonnenschein oder durch Nebel halb verschleiert. C. fand zahlreiche Nachahmer, die sog. Impressionnistenv, welche anstatt Naturgegenstände bloße Natureindrücke malen, und dabei vollends ins Formlose und Verschwommene fallen. Das Luxembourg-Museum in Paris besitzt von C. einen Nymphentanz (1849), Marseille einen Sonnenuntergang in Tirol (1850) u. s. w. Die in Privatsammlungen zerstreuten Landschaften in Morgen- und Abendbeleuchtung, bei Regen⸗ und Nebelwetter, zählen zu Hunderten. In seinem Atelier hatte er zwei Landschaften behalten, welche er der Nationalgalerie des Louvre hinterließ: Dante und Hagar in der Wüste.