Corssen (Wilh. Paul), namhafter Sprach⸗ und Altertumsforscher auf dem Gebiete des Latein und der verwandten altitalischen Sprachen, geb. 20. Jan. 1820 zu Bremen, erhielt seine erste Schulbildung zu Schwedt, besuchte dann das Joachimsthalsche Gymnasium zu Berlin, studierte 1840—44 in Berlin Philologie und veröffentlichte die von der philos. gines poesis Romanaey (Berl. 1844). Nachdem er hierauf kurze Zeit Toi,Tanderschue Stettin gewirkt, ward er 1844 an die Landesschule Pforta berufen, an der er 22 Jahre lang erst als Adjunkt, dann als Professor thätig war. Im J. 1866 legte er seine Stellung nieder und wandte sich nach Berlin; er starb 18. Juni 1875 in Lichterfelde bei Berlin. Seine Hauptwerke sind: «über Aussprache, Vokalismus und Betonung der lat. Sprachen (2 Bde., Lpz. 1858 — 59; 2. Aufl. 1868 — 70), «Kritische Beiträge zur lat. Formenlehrey Lepn 1863), «Kritische Nachträge zur lat. Formenlehrey (Opz. 1866), „Beiträge zur italischen Sprachkundes (Lpz. 1876). Daneben sind noch die Schrift: De Volscorum lingua (Lpz. 1858), sowie eine Reihe von Abhandlungen über die altitalischen Dialekte in Kuhns „Zeitschrift für vergleichende Sprachforschungo zu nennen. Als Lehrer zu Pforta hatte sich C. auch der Geschichte von Pforta und Umgebung zugewandt; er ließ erscheinen: «Altertümer und Kunstdenkmale des Cistercienserklosters St. Marien und der Landesschule Pforta » (Halle 1868). C. unternahm 1870 eine Reise nach Italien, namentlich um die Inschriften und Denkmäler der etrusk. Sprache ennen zu lernen; die Frucht dieser Studien war das Werk: Aüber die Sprache der Etruskers (2 Bde., Lpz. 1874 — 75).