FeedEbel (Herm. Wilh.)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Ebel (Herm. Wilh.), verdienter deuts cher Sprachforscher, geb. 10. Mai 1820 zu Berlin, besuchte das Gymnasium zum Grauen Kloster und seit 1836 die Universität seiner Vaterstadt, um Philologie zu studieren. Ostern 1838 wandte er sich nach Halle, wo er unter Pott dem Studium der vergleichenden Sprachkunde zugeführt ward, welches er nach seiner Rückkehr nach Berlin seit 1839 unter Bopp fortsetzte. Nachdem C. 1842 mit der Dissertation De Zanclensium Messapiorumque rebus gestisv (Berl. 1842) promoviert und sein Probejahr auf dem Französischen Gymnasium seiner Vaterstadt abgelegt, nahm er seine sprachvergleichenden Studien von neuem auf und widmete sich denselben mit größtem Eifer, während er als Mitglied des königl. Seminars für gelehrte Schulen Ostern 1846—50 am Köllnischen Gymnasium beschäftigt war. Seit 1847 studierte er das Altpersische, später das Altslawische, worauf er sich den kelt. Sprachen zuwandte. Inwischen hatte er Ostern 1852 eine Lehrerstelle an er Beheim-Schwarzbachschen Lehr⸗ und Erziehungsanstalt zu Filehne angenommen, welche er Michaelis 1858 verließ, um an das Gynasium zu Schneidemühl überzusiedeln. An demselben wirkte er seit 1868 als erster Oberlehrer. Seit 1872 fungierte er als ord. Professor der engl. Sprache und Litteratur an der berliner Universität und starb 19. Aug. 1875 im Ostseebad Misdroy. E. war der Hauptvertreter der kelt. Philologie in Deutschland. Seine hervorragendste Leistung auf diesem Gebiete ist die von ihm besorgte neue Ausgabe von Zeuß' (Grammatica celticao (Berl. 1871). Sonst sind von seinen das Keltische betreffenden Arbeiten noch zu nennen: „De verbi britannici futuro ac conjunctivov (Schneidem. 1866), De Jeussii curis positis in grammatica celticao (Schneidem. 1869); zahlreiche Aufsätze und Rezensionen in Kuhns Zeitschrift für vergleichende Sprachforschungo und in dessen und Schleichers Beiträgen zur vergleichenden Sprachforschungo, von denen ein Teil unter dem Titel „Celtic studieso (Lond. 1863) von Sullivan ins Englische übersetzt ward; endlich der altirische Teil von Schleichers Indogerman.“ Chrestomathiev (Weim. 1869). Von seinen übrigen Arbeiten ist die Abhandlung über «Die Lehnwörter der deutschen Spracher Gottsr) 1856) geschätzt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 700Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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