FeedCortöna
ErdkundeBrockhaus 1882

Cortöna, Stadt in der ital. Provinz Arezzo, e an dem Abhange eines steilen Bergs in 600 m. Meereshöhe über dem reichen und fruchtbaren Val f di Chiana und an der Eisenbahn Florenz-Foligno-Rom, die bedeutendste der 12 etrusk. Städte und im frühesten Altertum erbaut. Die Stadt wird von Polybius Kyrtonia genannt, bei den Römern heißt sie durchgängig Crotona. Später schloß sie ein Bündnis mit den Römern, sank aber so tief! herab, daß eine röm. Kolonie hierher gesandt wurde, um sie zu bevölkern. Von den Barbaren an Eodenn Gan sich C. im 11. Jahrh. abermals zu hohem Glanze. Ein Jahrhundert lang von der Familie Casale beherrscht, wurde sie von dem letzten Abkömmlinge derselben dem 44125 Ladislaus von Neapel und von diesem 1412 den Florentinern übergeben, in deren Besitz sie seitdem blieb. Die Stadt zählt (1881) 3605, als Gemeinde 26353 E., die sich meist mit Landbau beschäftigen. Ihre mächtigen cyklopischen Mauern, auf welche die neuern aufgesetzt sind, sind mit die besterhaltenen in ganz. Italien; von den übrigen antiken Baudenkmälern sind die Ruinen eines Bacchustempels das bedeutendste. Die Stadt besitzt ansehnliche Kunstschätze und im Dome das beste Bild von Luca Signorelli. In dem Museum der 1726 hier gestifteten Accademia Etrusca findet man eine Menge etrusk. Vasen u. s. w., namentlich aber eine der prächtigsten antiken Bronzelampen, nach Art eines Kronleuchters angelegt (16 Flammen) und ein Meisterstück echt etrusk. Kunst. Zwischen der Stadt und dem See von Perugia (Lacus Trasimenus) dehnen sich die Schluchten aus, in denen Hannibal 217 v. Chr. den Konsul Flaminius schlug, dessen angebliches Grabmal man in C. den Fremden zeigt. ö

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 621Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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