Coucy (Renaud, Castellan von), ein nordfranz. Hofdichter aus dem Ende des 12. oder Anfang des 13. Jahrh., von dem mehrere Minnelieder erhalten sind, die sich vor den vielen ähnlichen Liedern jener — durch leidenschaftlichere Glut und innigere naten nach der hohen, bald als grausam angeklagten, bald als huldvoll gepriesenen Herrin auszeichnen. über die Lebensumstände des Dichters läßt sich aus ihnen nur so viel entnehmen, daß er das Kreuz genommen und, wiewohl sehr ungern, sich von der Geliebten getrennt habe. Welchem Kreuzzuge er sich angeschlossen, ist nicht zu ermitteln. Er war 1198 Kanonikus der Kirche Notre-Dame in Noyon und später Kastellan auf Coucy, einer Burg und Stadt im Laonnais. Die Dame seines Herzens wird der damaligen Sitte sheinl in seinen Liedern nicht genannt; ein wahrcheinlich aus dem Anfang des 14. Jahrh. stammender altfranz. Roman d'aventure des Jacquemon Saquesep (herausg. und übersetzt in Prosa von Crapelet, Par. 1829) erzählt eebeege unter Einflechtung mehrerer Lieder, seine Liebesgeschichte mit der Dame von Faiel; danach starb er im Heiligen Lande und schickte sterbend seiner Dame sein Herz, welches der eifersüchtige Gatte sie zu essen nötigte, worauf sie freiwillig des Hungertodes starb. Es ist eine alte weitverbreitete Sage, die sich hier an den Kastellan von C. ven atd hat. Er und die Dame von Faiel wurden bald wie Tristan und Isolde als Vorbilder treuer, aber unglücklich Liebender sprichwörtlich. Bei mehrern Trouvéres des 13. Jahrh. finden sich Anspielungen darauf, noch öfter bei Schriftstellern des 14. Jahrh. Die beste Ausgabe der Chansons du chatelain de C.» (Par. 1830) besorgte Frangois Michel. ißt, sind unter K aufzusuchen. Vgl. G. Paris, Le roman du chätelain de C.o (in Bd. 8 der Romaniav, Par. 1872).