Cramer (Joh. Baptist), Pianofortevirtuos, besonders ausgezeichnet als Lehrer und Komponist für dieses Instrument, wurde zu Mannheim 24. Febr. 1771 geboren und kam mit seinem Vater, dem tüchtigen Violinisten Wilhelm C., schon in seinem zweiten Lebensjahre nach London. Zuerst auf der Violine unterrichtet, ging er bald zum Klavierspiel über, worin Benser und Schröter, später Clementi seine Lehrer waren. Schon mit 17 Jahren unternahm er eine Kunstreise, die bis 1791 währte und ihm große Erfolge einbrachte. Hierauf wurde er in London ein sehr gesuchter Klavierlehrer und ab seine ersten Kompositionen heraus. Nach einigen Daen trat er eine zweite Reise über Wien nach Italien an. Später lebte er lange Zeit in London, wo er auch Mitbegründer einer noch jetzt bestehenden großen Musikalienhandlung wurde, machte mehrmals Ausflüge nach dem Kontinent, nahm 1832 der nen Aufenthalt zu Paris, kehrte jedoch Mitte der vierziger Jahre nach London zurück. C. starb 16. April 1858 zu Kensington, in der Nähe von London. Sein Klavierspiel war ausgezeichnet durch Delikatesse und Korrektheit im Technischen wie durch seinen und gefühlvollen Vortrag; seine ganz besondere Stärke war das Hengevon Spiel. Komponiert hat er eine große Menge von Klaviersachen verschiedener Art, von denen die größern (3. B. 105 Sonaten, 7 Konzerte, einige Quartette und Quintette) bei guter Arbeit etwas steif und trocken, die kleinern dagegen (Notturnen, Variationen, Rondos u. s. w.) vielfach sehr frisch und anmutig sind. Seine 4Etuden» gehören zu den solidesten Grundlagen 1h das Pianofortespiel.