Cranach (Lukas), Kranach oder Kronach berühmter deutscher Maler, geb. 1472 zu Kronach im Bistum Bamberg. Daß sein ursprünglicher Name Sunder oder Sünder gewesen, ist ni aen länglich, die Annahme, daß er Müller geheißen abe, als irrig Huner Man weiß, daß er von einem Vater die Kunst erlernte, dann aber bis zu einem 34. Runn. ist wenig über seine Lebensverältnisse bekannt. C. wurde 1504 Hofmaler des urfürsten Friedrich des Weisen von Sachsen. Um diese Zeit schon genoß er einen ausgezeichneten Ruf; von seinen Zeitgenossen wird besonders die Natürlichkeit seiner Darstellungen und die ühmt. 6. keit, womit er sie zu Stande brachte, gerühmt. C. empfing 1508 vom Kurfürsten einen Wappenbrief und mit diesem das Wappenzeichen einer I ten Schlange, welches er indes schn als Künstler zeichen geführt hatte. Im Auftrage seines Herrn machte er 1509 eine Reise nach den Niederlanden, bei welcher Gelegenheit er den spätern Karl V. (damals acht Jahre alt) malte. Zu Friedrich dem Weisen und dessen beiden Nachfolgern stand C. unausgesetzt in persönlichen Beziehungen. Außer diesem sächs. Fürstenhause waren es besonders Personen des brandenb. Kurhauses, die seine Dienste in Anspruch nahmen. So 50e se er sich 1541 in der brandenb. Mark. Am Hofe seines Herrn aber war C. ein wahres Faktotum; er bethätigte sich bei Hoffesten und feierlichen Gelegenheiten auch in andwerksmäßiger Weise und wußte auch andere einträgliche Geschaste mit seinem Berufsfache zu verbinden. So kaufte er 1520 die Apotheke zu Wittenberg; ferner hatte er einen Buchladen und Papierhandel. Nachdem er Ratmann und Kämmerer zu Wittenberg gewesen, wurde er 1537 zum ersten mal und 1540 zum zweiten mal zum Bürgermeister der Stadt erwählt, welches Amt er bis 1544 verwaltete. Zu den großen kirchlichen Reformatoren stand C. in einem innigen Freundschaftsverhältnis. Er ging 1550 auf wiederholte Einladung zu seinem gefangenen tmn 2 und blieb bei ihm bis Mir Ende der Haft in Augsburg und Innsbruck. it Friedrich kehrte er sodann 1552 nach Sachsen zurück und starb 16. Okt. 1553 zu Weimar, wo er in der Nienge v begraben wurde. C. arbeitete mit einer enge von Schülern und Gesellen. Die vorzüglichste Bedeutung unter diesen haben seine beiden Söhne 2 und Lukas. Der erstere, Joannes C., starb 1536. In einem langen lat. laggedicht wird gesagt, daß er einen schärfern Geist, der Vater aber das größere künstlerische Vermögen gehabt habe. Der zweite Sohn, Lukas C., ar 1515 zu Wittenberg, ist bekannt unter dem amen des «jüngern C. v. Er war ein trefflicher Kolorist, im Porträtfach ausgezeichnet und starb im Jan. 1586 als Bürgermeister von Wittenberg. Von C. dem Altern sind zahlreiche Bilder vorhanden. Seine Darstellungen aus der Sagenwelt, wie der sog. Ritter am Scheidewege, Simson unter den f— der Delila, die kleinen Waldbilder mit pollo und Diana u. s. w., endlich aus spätester eit der Brunnen der Jugend verraten ein gewisses treben nach Anmut und Leichtigkeit des Vortrags. Sobald er aber die Menschengestalt in großem Maßstabe und mit idealistischer Absicht behandelte, wie z. B. in seinen Darstellungen der Venus, des ersten Menschenpaars u. s. w., reichten seine Kräfte nicht aus. Von seinen Bildern aus der heiligen Geschichte sind aus diesem Grunde diejenigen die anziehendsten, in welchen die genrehaft gehaltenen Figuren überwiegen, wie z. B. in der heil. Ursula mit den Jungfrauen. Von C.8 der veil Werken sind zu nennen: die Vermählung der heil. Katharina im Dom zu Erfurt, ein Bild aus seiner frühesten Zeit; derselbe Gegenstand in Wörlitz; das Altarbild der Stadtkirche zu Weimar. sein letztes Werk. Zwei Kirchen zu Innsbruck besitzen von ihm Madonnenbilder und die Paulinerkirche zu Leipzi at von aß einen Christus, der die Kindlein zu si ommen läßt. Außerdem sinden sich im städtischen Museum daselbst unter anderm noch eine schöne Madonna und das merkwürdige Bild eines Sterbenden. Das große Altarbild in der Stadtkirche zu Schneeberg ist nur unter seiner Aufsicht von seinen Schülern gemalt. Andere Bilder von ihm sind in der Pinakothek zu München, z3. B. die Ehebrecherin vor Christo, ein mit vieler Sorgfalt gemaltes Bild. In der ständischen Galerie zu Prag befindet sich eine vortreffliche Darstellung des Sündenfalls u. s. w. Auch Nürnberg, Wien, Braunschweig, Dresden und viele andere Städte haben (teils in Sammlungen, teils im Privatbesitz) C.sche Werke aufzuweisen. Besonders reich ist das berliner Museum, wo sich unter anderm der Jungfernbrunnen, Hercules und Omphale, Venus und Amor, mehrere Bilder von Adam und Cva, sowie die Porträts von Albrecht von Brandenburg, Friedrich dem Weisen u. a. befinden. Auf der dortigen königl. Bibliothek wird C.s sog. Stammbuch aufbewahrt, eine uemn Ernud von Bildnissen in Deckfarben auf blauem Grund, die aber vom jüngern C. herrühren. Dagegen besitzt Coburg in dem Turnierbuch des Kurfürsten Johann Friedrich einen Band mit 146 Blättern ausgemalter Federzeichnungen von C.s des Altern Hand. Letzterer lieferte auch acht Kupferstiche und viele Zeichnungen zu Holzschnitten. C. mißbrauchte sein Talent zu handwerksmäßiger Überproduktion, seine Bilder halten deswegen den Vergleich mit denen von Dürer und Holbein und selbst mit Werken von Meistern zweiten Ranges nicht aus. Vgl. Schuchardt, «Lukas C. des Altern Leben und Werkes (3 Bde., Lpz. 1851— 71; hierzu 2 Hefte Kupfertafeln, Lpz. 1851—58); Warnecke, «Lukas C. der Alteres (Görl. 1879). CEranbrook (Gathorne Hardy, Viscount), konservativer engl. Staatsmann, wurde 1. Okt. 1814 in Bradford geboren, welche Stadt sein Vater, Nach Hardy, längere Zeit im Parlament vertrat. achdem er in Shrewsbury-School und im Oriel-College in Oxford seine Erziehung empfangen, wählte er die jurist. Laufbahn, bis er 1856 als konservativer Abgeordneter für Leominster ins Parlament kam. Hier zeichnete er sich bald durch seine Rednergabe und praktische Gewandtheit aus und wurde 1858 von Graf Derby als Unterstaatssekretär im Ministerium des Innern angestellt. Wegen des bald nachher erfolgenden Sturzes des Ministeriums Derby war indes diese amtliche Wirksamkeit nur von kurzer Dauer. Erst 1865 trat er wieder hervor, indem er Gladstone als Vertreter der Universität Orford verdrängte. Bei der Bildung des dritten Ministeriums Derby im Juli 1866 wurde er ch Walpo des Armenwesens und im Mai 1867, nach Walpoles Rücktritt, Minister des Innern. Diese Stellung bekleidete er bis zu der Bildung des Ministeriums Gladstone im Dez. 1868. Während der folgenden Jahre kämpfte er in den vordersten Reihen der Opposition mit leidenschaftlichem Eifer gegen Gladstones Reformgesetzgebung, besonders gegen die Entstaatlichung der irischen Kirche. In dem Febr. 1874 gebildeten Ministerium Disraeli erlangte er den Posten des Kriegsministers. Diesen vertauschte er im Mai 1878, nach dem Rücktritt Lord Derbys, mit dem Staatssekretariat für Indien und wurde zugleich mit dem Titel Viscount C. ins Oberhaus erhoben. Die orient. Politik Lord Beaconsfields fand in ihm einen ihrer eifrigsten Fürsprecher. Nach Lord Beaconsfields Sturz und Tod hat er keinen hervorragenden Anteil an den öffentlichen tes enal Ma genommen.