FeedCrenothrix (Brunnenfaden)
PflanzenreichBrockhaus 1882

Crenothrix (Brunnenfaden), von einigen Botanikern zu den Algen gerechnet, ist jedoch wegen des Mangels an Chloro hyll oder dem entsprechenden Farbstoff zu den Pilzen unter die niedrig organisierte Klasse der Schizomyceten zu stellen. C. ist lißt, sind unter K aufzusuchen. allgemein gefürchtet, weil durch ihr massenhaftes Auftreten nicht nur bisweilen Brunnen und Wasserleitungen verunreinigt, wie es zu Breslau, Berlin und Halle geschehen ist, sondern auch dadurch enge Drainröhren gän verstopft werden. Dem unbewaffneten Auge sie t sich C. als eine ockerfarbige oder rostbraune (vom Eisengehalt herrührend), flockige oder fein büschelförmige Masse dar, die unter dem Mikroskop bei 5—600facher Vergrößerung 1,5 bis 5 Mikromillimeter dünne, nach oben schwach keulenförmig verdickte, gegliederte, in geschlossenen Scheiden steckende Fäden erkennen läßt, dazwischen oft aber auch gallertartige örperchen bestehen. Die entwickelten Fäden bezeichnet man als Leptothrixzustand, die Gallerthäufchen oder Gallertkolonien als Palmellazustand. Die Vermehrung E durch austretende Gliederellen oder durch Sporen, die durch Teilung der erstern in der Scheide gebildet werden. Gliederzellen wachsen unmittelbar zu Fäden heran. Auch von den Sporen gilt das, doch können dieselben durch Ehernehen Teilungen auch in den Palmellazustand übergehen, der die rapide Vermehrung erklärlich macht, indem jedes Körperchen desselben ebenfalls in einen Faden auswachsen kann. Bekannt ist nur eine einzige Spezies: C. Kühneana Zopf (C. polyspora Coh⁰n). Vgl. 1 (Beiträge zur Biologie der Pflanzeno (Bd. 1, Bresl. 1870); Zopf, Unter-Einen Waf über C. polyspora, die Ursache der berliner Wasserkalamitäte (Berl. 1879). ö

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 669Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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