FeedCreseentiis (Petrus de)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Creseentiis (Petrus de), oder Crescenzi, der älteste Schriftsteller über Landwirtschaft seit den Römern, geb. 1230 zu Bologna, war achwalter und Beisitzer des Podestà in seiner Vaterstadt, bis ihn Unruhen nötigten, dieselbe zu verlassen. Er durchreiste hierauf Italien und stellte überall gemeinnützige Beobachtungen an. Nach 30 Jahren erst konnte er nach seiner Vaterstadt zurückkehren, die ihn als 70jährigen Greis zum Senator wählte. Er starb 1310. Seine Erfahrungen über den Landbau legte er in der Schrift: Petri de Crescentiis, civis Bononiensis, opus ruralium commodorum cum figuris, libri duodeécimo (älteste lat. Ausg. 1458) nieder. Berichtigt durch die Verbesserungen der Gelehrten von Bologna, denen C. Ina Arbeit mitteilte, ist sie ein merkwürdiges Denkmal für die Geschichte jener Zeit. Sie war ursprünglich lateinisch geschrieben, und nur die ital. Übersetzung (Flor. 1478), welche wegen der . der Sprache in hohem Ansehen steht, hat die Meinung veranlaßt, daß C. seiner Muttersprache sich bedient habe. Die Grundsätze C.', meistens auf diejenigen der röm. Autoren basiert, sind einfach, auf Erfahrung gestützt und frei von manchen Vorurteilen der Zeit. Das Werk war eins der ersten, welche nach Erfindung der Buchdruckerkunst in lat. Sprache gedruckt wurden. Eine deutsche Übertragung mit Holzschnitten erschien seit 1494 wiederholt zu Straßburg. Die beste Ausgabe des lat. Originals lieferte Gesner in Scriptores rei rusticae (2 Bde, Lpz. 1735). Ihm zu Ehren nannte Linne eine Baumgattung

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 671Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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