FeedCrocus
PflanzenreichBrockhaus 1882

Crocus Tourn. ist der Name einer zur Familie der Hewet gehörigen Pflanzengattung, welche sich durch eine trichterförmige, sechsspaltige Blütenhülle (Perigon) mit langer Röhre, drei Staubgefäße und drei hochgelbe, verbreiterte, eingeschnittene oder gezähnte Narben auszeichnet. Es sind perennierende Zwiebelgewächse mit dichter, von netzfaserigen braunen Hüllen umgebener Zwiebel, aus welcher unmittelbar die langröhrigen Blumen und die schmalen, linealen, in der Mitte gewöhnlich mit einem gelben oder weißen Streif gezeichneten Blätter hervorkommen. Mehrere der hierher gehörigen Arten werden bei uns in Gärten als Zierpflanzen gezogen; besonders werden der Frühlingssafran (C. vernus L.), mit violettblauen oder weißen Blüten, und der gelbe Safran (C. Iuteus L.), mit gelben Blüten, welche beide im Frühjahr zeitig blühen, sowie zahlreiche durch die langjährige gärtnerische Kultur erzeugte Varietäten der genannten Arten hierzu verwendet. Diese beiden Arten, welche in den Alpen und im südöstl. Europa wild wachsen, sowie die meisten andern entwickeln ihre Blüten gleichzeitig mit den Blättern, andere dagegen blühen im Herbst und bringen die Blätter erst im folgenden Frühlinge hervor. Dahin gehört der Safran (C. sativus L.), welcher im Orient zu Hause ist, aber auch in andern Ländern gebaut wird und den unter dem Namen Safran (s. d.) bekannten Handelsartikel liefert. Die meisten Arten wachsen in den mediterranen Ländern, besonders in Griechenland, der Krim und den Gebirgen Kleinasiens. Alle haben schöngefärbte Blumen und köonnen daher als Zierpflanzen verwendet werden. Auch halten die meisten im Freien aus. Man vermehrt sie am leichtesten durch Zwiebelbrut, von welcher man Mitte Sommers immer genug finden wird. Alle drei Jahre verpflanzt man die Zwiebeln in Abständen von 810 em voneinander und 12 em tief unter die Erde, nachdem man sie zuvor einige Wochen hat trocken liegen lassen. Das Verpflanzen muß aber spätestens im Herbst geschehen, wenn man im nächsten Irae schöne und reichliche Blumen haben will. Alle Arten gedeihen am besten in nahrhaftem Sandboden.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 681Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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