FeedCrus (lat.)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Crus (lat.), Bein, Schenkel, besonders Unterschenkel; eruräl, die Schenkel betreffend. Orusca, Accademia della, (lat. Academia furfureorum) in Florenz, die berühmteste unter den zahlreichen Akademien Italiens und eine der wenigen, welche seit dem 16. Jahrh. ihre Existenz und im ganzen ihren ursprünglichen Charakter bewahrt haben. Die C. ging aus einem Verein zu littera-Sire Unterhaltung hervor, zu welchem 1582 in Antonß Bernardo Canigiani, Giambattista Deti, ntonfrancesco Grazzini genannt Lasca, Bernardo Zanchini und Bastiano de' Rossi zusammentraten. ie Gesellschaft hatte zunächst nur den Zweck, fremde und eigene Geistesprodukte vorzulesen und zu eMitalie oder, nach einem scherzhaften, unter ihren Mitgliedern geläufig gewordenen Ausdrucke, die «Kleie v (erusca) von dem «»Mehl o zu sondern. Im J. 1584 wurde sie als Akademie mit Statuten ausgestattet. Die einzelnen Mitglieder wählten sich nach der damaligen Sitte akademische Beinamen, welche mit der Bezeichnung Crusca harmonierten. In ihren Schriften und Vorträgen wurden die Bilder von Sack, Mehl, Kleie, Sieb u. s. w. bis zur äußersten Geschmacklosigkeit durchgeführt. Als Sinnbild der Akademie wählte man 1587 den Beutelkasten (frullone), der dies auch bis auf den heutigen Tag geblieben. Die Einrichtung der Akademie diente zum Vorbild für die von Fürst Ludwig von Anhalt, einem Mitgliede der C., 1617 gestiftete «Fruchtbringende Gesellschaft o. Hauptgegenstand ihrer Arbeiten war die italienische oder, wie man sie lieber nannte, die toscan. Sprache. Der Beschluß zur Abfassung eines Wörterbuchs wurde 6. März 1591 gefaßt und dessen Bearbeitung auch sofort in Angrist genommen. Nachdem die CO. eine Ausgabe des Dante (Flor. 1595) veröffentlicht hatte, erschien 1612 zu Venedig die erste Ausgabe des berühmten 4Vocabolario degli Accademici della C.», welcher 1623 die zweite und, nach längern Zwischenräumen, 1691 die dritte, 1729—38 die vierte folgte. Nach dieser Zeit nahm die Akademie an Bedeutung ab. Großherzog Leopold vereinigte 1783 die CO. mit den beiden andern zu Florenz bestehenden Akademien zur Accademia Fiorentina. Unter der franz. Herrschaft 1811 ward die C. wieder als besondere Akademie hergestellt und 1819 mit neuen Statuten ausgestattet. die ual, Syrache ihrer Thätigkeit ist noch immer die ital. Sprache, und ihre Autorität, so heftig sie wiederholt der Miial worden, hat si bde ten. Die Zahl der Mitglieder und Korrespondenten (unter letztern 1882 vier Nichtitaliener) ist sehr beschränkt. Nachdem der Anfang eines fünften Drucks des Wörterbuchs (1843) keinen Fortgang Apsbet erschienen seit 1863 vier Bände der neuen uUsgabe, die Buchstaben AD. Von den aAttiy erschienen seit 1819 drei Bände, seitdem kleinere Lieferungen. Vgl. Zannoni, «Storia dell' Accademia della C.o im ersten Bande der Attiv; Reumont, «Zur Geschichte der Akademie der C. „ (in „Beiträge zur ital. Geschichter, Bd. 6, Berl. 1857).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 694Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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