FeedArkadier
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Arkadier heißen die Mitglieder einer Akademie (Accademia degli Arcadi) in Rom, welche aus dem Bestreben hervorging, dem verdorbenen litterarischen Geschmacke des 17. Jahrh. ent egenzuarbeiten. Den ersten Grund dazu legte die Königin Christine von Schweden, die einen Kreis wissenschaftsliebender Männer in Rom um sich sammelte, der sich bald den Namen Accademia zulegte und als solche 24. Jan. 1656 die erste Sitzung hielt. Außer der oralphilosophie wurde bald auch die Pflege der Poesie in das Programm aufgenommen, und als nach dem Tode der Königin Christine (1689) die ehemaligen Mitglieder der Akademie unter ihrem Präsidenten Giov. Mario Crescimbeni eine neue e Mitunrt liche Vereini ung bildeten, begann die Dichtkunst ast ausschließlich berücksichtigt zu werden. So enttand die Accademia degli Arcadi, die durch eine ersammlung auf dem Janiculum 5. Okt. 1690 ins Leben trat. Sie stand unter der Leitung eines Präsidenten (custode), dessen Amt eine Olympiade währte; der erste war Crescimbeni. Nur Dichter und Dichterinnen oder Freunde der Dichtkunst wurden aufgenommen; jedes Mitglied führte in der Gesellschaft einen griech. Schäfernamen. Gegenwärtig ist die Akademie wieder vorwiegend wissenschaftlichen Zwecken gewidmet; die Poesie nimmt jezt nur noch eine untergeordnete Stelle ein. Wissenschaftliche Disputationen finden zweimal monatlich im Palazzo Altemps statt. Bei besonders festlichen Anlässen erscheinen Olimpiadi; das „Giornale Arcadicon steht mit der Akademie der A. selbst in keinerlei Beziehung. Vgl. Crescimbeni, Storia d'Arcadias (Rom 1709).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 904Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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