Csänyi (Ladislaus), ungar. Minister für Kommunikationen und öffentliche Bauten im J.1849 unter Kossuth, geb.1790 zu Csäny im szalader Komitat, machte die Feldzüge 1809—15 als Hußär mit und beteiligte sich später eifrig am polit. Leben. Als Führer der Opposition im szalader Komitat wurde er Franz Deäks Freund und Gesinnungsgenosse. Im J. 1848 war er als bevollmächtigter Regierungskommissar bei verschiedenen Abteilungen des Revolutionsheeres thätig; erst an der Drau, dann neben dem General Moga in Preßburg, dann an Görgeis Seite bei der nordungar. Armee, zuletzt in Siebenbürgen (April w1849]J. Von hier berief ihn Kossuth zur Übernahme des Portefeuille für Kommunikationen. In allen Stellungen trat C. stets vermittelnd, beschwichtigend auf; er war ein Verteidiger Görgeis, suchte den Zwiespalt zwischen diesem und Kossuth auszugleichen, war überaus thätig in der Herbeischaffung der Mittel zur Fortsetzung des Kampfes und zeichnete sich ebenso durch rastlosen Eifer wie bedeutendes Organisationstalent aus. Er verschmähte die Flucht ins Ausland; zu Sarkad ergab er sich den Russen, welche ihn an die Kaiserlichen auslieferten. Infolge eines kriegsrechtlichen Urteils wurde er 10. Okt. 1849 in Pest durch den Strang hingerichtet. ů Esardaken, die teils gemauerten, teils hölzernen Wachthäuser entlang des Grenzkordons in der ehemaligen österr. Militärgrenze. Dieselben waren blocthausmäßig gebaut, verteidigungsfähig und standen einander so nahe, daß Signalschüsse die Verbindung unter den dort aufgestellten militärischen Wachtposten aufrecht zu erhalten vermochten. Man unterschied sie in Haupt⸗ und Zwischenposten; bei den erstern befanden sich Alarmstangen, durch deren Anzünden erforderlichenfalls die anwohnenden Grenzer in bestimmter Ordnung versammelt werden konnten. In sumpfigen Gegenden standen die C. auf gemauerten Pfeilern oder hölzernen Pfosten und waren mit einer aufziehbaren Leiter versehen. Von einer C. zur andern zog dann auch ein erhöhter Dammweg. Fortwährende Streifwachen hielten die Kordonsposten miteinander in Berührung. In friedlichen und pestfreien Zeiten standen entlang der 3000 Mam von Montenegro bis zur Walachei etwa 5000 Mann bewaffneter Grenzer in Abteilungen von 2—7 Mann in den C. am Kordon. In gefährlichen Zeiten wurde diese Wachtmannschaft verdoppelt. Seit der Auflösung der Grenze (1872 — 73) hat die gewöhnliche Landesgendarmerie und die Finanzwache diese Grenzhut Cfärdäs (spr. Tschardasch; von esärda, Schenke, Kneipe) heißt ein Nationaltanz der Ungarn. Derselbe wird von einer beliebigen Anzahl Paare gleichzeitig ausgeführt und bewegt sich im Zweiviertelrmißt, sind unter K aufzusuchen. takt, hat aber keine eigentlichen Tanzfiguren, sondern jeder Teilnehmer erfaßt, unter Beobachtung des Rhythmus, den Tanz nach seiner individuellen Stimmung. Der C. beginnt mit einem langsamen, masestätischen Andante, während dessen sich Tänzer und Tänzerin, letztere die linke Hand in die Seite stemmend, die rechte auf die Schulter des Tänzers legend oder mit ihr das Kleid erfassend, in freien Schritten gegenüber bewegen. Die Tanzschritte werden dabei mit Hüftbewegungen, Ein- und Auswärtsdrehen der Füße, abwechselndem Stoß auf Ferse und Fußspitze, Zusammenschlagen der Sporen Und Klatschen der Hände auf die Csizmen (Stiefeln) ausgeführt. Allmählich gestalten sich die Bewegungen lebhafter und rauschen zu stürmischer Schnelle auf, wobei dann der Tänzer seine Tänzerin umfaßt und sich mit ihr im Wirbel dreht oder sie ihm entflieht und er sie verfolgt, bis er sie erhascht und dann den Wirbeltanz wiederholt. Zum C. gehört Zigeunermusik, denn nur der Zigeuner versteht es, die dem strengen Takte oft widerstrebenden Csärdäsmelodien wiederzugeben. Fast jede beliebte Csärdäsmelodie ist mit dem Texte eines Volksliedes versehen und wird dann als solches eh gesungen. Esäszar (Franz), ungar. Schriftsteller und Dichter, geb. 1807 in Wachselgericht war erst Lehrer, dann Notar beim Wechselgericht in Fiume, 1846 —49 Beisitzer des Wechselgerichts in Pest, dann mehrere Jahre Referent bei der Septemviraltafel. C. veröffentlichte mehrere Werke über ungar. Wechselrecht und das ungar. Konkursverfahren. Außerdem publizierte er 4Ital. Reisen » (Pest 1843), ein „Mytholog. Wörterbuchv (Pest 1844) und „Der fiumer Hafenv (2 Bde., Pest 1842—43). Von seinen 4Gedichten » (2. Aufl., Pest 1846), die sich durch korrekte Form auszeichnen, sind namentlich die in ital. Manier geschriebenen Sonette und Matrosenlieder schätzenwert. Auch übersetzte er mehrere ital. Meisterwerke (von Alfieri, Beccaria, Silvio Pellico, Dante) ins Ungarische. Im März 1850 ndete er den „Pesti Naplon (Pester Tageblatto). L. war auch Mitglied der ungar. Akademie und der Kisfaludy-Ge ell 0 Er starb 17. Aug. 1858. Esatäd, Marktflecken im ungar. Komitat Torontal, mit 3165 deutschen E., die sich zur kath. Kirche bekennen, besitzt vortrefflichen Ackergrund mit reichlichem Getreideerträgnisse und ausgezeichnete Pferdezucht. C. ist Staatsgut. In dem Herrschaftsebäude wurde am 13. Aug. 1802 der Dichter ikolaus Lenau geboren. Seit 1876 ziert eine Gedenktafel dessen Geburtshaus. Eseber oder 5 eb er, d. i. Eimer, hieß ein bis 1. Mai 1854 gesetzlich übliches Weinmaß im biharer Komitat des Königreichs Ungarn. Dasselbe war zweierlei: 1) der große C. (Nagy C.) hatte 100 ungar. Halbe oder Icze 84,5893 1; 2) der kleine C. (Kis C.) hatte 50 ungar. Halbe = 42,29 465 I, war also die Hälfte des großen C.