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Sagen & MythenBrockhaus 1882

Cuba, röm. Göttin, welche die im Bett liegenden Kinder beschützt. CEuba, die größte der Antillen, die wertvollste span. Kolonie, liegt zwischen dem Mexikanischen Golf und dem alten Bahamakanal, von 56, bis 68° westl. L. (von Ferro) und 19· 50 bis 23 10˙ nördl. Br., in langgestreckter Form, deren größte Ausdehnung 1200km und deren Breite 38—190km, im Mittel 110 km beträgt. Die äußersten Vorsprünge der über 3750 km ausgedehnten Küstenlinie sind im W. das Kap San-Antonio, im SW. das Kap de Cruz und am weitesten östlich die Punta de Maisi. Die Straße von Hucatan trennt die Insel vom mexik. Festlande und zwar der Halbinsel Mucatan, die von Florida von der gleichnamigen nordamerik. Halbinsel und die Windward-Passage von der Insel Haiti. Allen drei Landesteilen liegt sie fast gleich nahe, und ihr schöner Hafen Havana an dem westl. Teile der Nordküste, wo sich mehrere große Handelsstraßen vereinigen, ist als eine natürliche Niederlage für Veracruz und Neuorleans und als einer der besten Häfen Amerikas einer der ersten Handelsplätze der Erde. Die meist flachen und mit trefflichen Häfen versehenen, an vielen Stellen aber durch Klippen, Sandbänke, Korallenriffe und kleine seln schwer zugänglichen Küsten umschließen einen lächeninhalt von 112 191 akm, welcher durch Hinurechnung der südlich gelegenen Fichteninsel (Isla de inos) und der übrigen zubehörigen kleinern Inseln auf 118833 qkm erhöht wird. Die bedeutendsten Baien der Insel sind die von Nipe und Nuevitas an der Nordküste, die von Guantänamo, Cienfueos (Jagua) und Broa an der Südküste. Zu den edeutendern benachbarten Inseln gehören die Klipenreihe der Colorados und die Romano-Inseln im N., Pinos, die reizenden Jardines del Rey y de la Reyna (Gärten des Königs und der Königin) und das Labyrinth (Laberinto) der Cayos de doze Leguas im S. Das Innere der Insel wird im W. von einem Hügellande erfüllt, aus dem sich einzelne Berge zu ziemlich bedeutender Höhe erheben, so namentlich der Pan de Matanzas (390 m), die Tetas de Managua, Mesa de Mariel und Pico de Guayabon (594 m) und am weitesten westlich die Höhen der Sierra de los Organos. Im mittlern Teile nähern sich die höhern Ketten, wie die Sierra Camarioca, die 600 m hohe Lomas de San-Juan u. a., mit dürren, nackten Gipfeln der Südküste und zeigen an beiden Abdachungen höhlenzerklüftete Wände eines dem Jurakalk ähnlichen jüngern Kalkgebirges. Ostlich der Ebene von Principe, der Centralstadt Cis, wird das Terrain immer höher, und es be-Care mit der der Nordküste parallelen Sierra de arcamessas das eigentliche Gebirgsland. Dieses erreicht seine Kulminationspunkte in den Sierren der Südküste zwischen Kap de Cruz und Maisi, welche von W. nach O. betrachtet aus der Sierra de Tarquino (2375 m), der Sierra del Cobre (Kupferberge) und der Sierra de los Cuchillos bestehen. ie Bewässerung der Insel ist ziemlich reichhaltig, aber nicht großartig. Unter den wenigen schiffbaren Fluüssen ist am bedeutendsten der von den Kupferbergen kommende und südwestlich das Thal von Bayamo durchströmende Rio Cauto (82 km schiffbar), im N. die Sagua la Grande und Sagua la Chica. Das Klima dieser gebirgigen Insel an den Grenzen der Tropenzone ist natürlich im allgemeinen ein vorzügliches. Es wird die jährliche mittlere Temperatur fur Havana auf 20, für Santiago auf 21,6˙ R. angegeben. Die mittlere Temperatur des heißesten Monats beträgt für erstern Ort 225, für letztern 23,5; die des kältesten für Havana 17,55, für Santiago 18,3˙ R. Die Hitze der Monate Juli und August wird durch Seewinde gemildert. Die Küstengegenden, zum Teil sumpfig, sind dem Gelben Fieber, welches die Fremden heimsucht, mehr oder minder ausgesetzt, das Innere aber ist gesund. Die Südküsten werden mehr von Erderschütterungen und heftigen Stürmen betroffen als die übrigen Gegenden, aber doch nicht so verheevend wie auf vielen der übrigen Antillen. Wenn auch der Boden teilweise nicht sehr ergiebig ist, treiben doch oceanische Frische und tropische Sonne im allgemeinen eine üppige Vegetation und begünstigen den Anbau reicher Produkte. Es gedeihen Zucker, Kaffee, Baumwolle, Tabak, Kakao, Indigo, Mais und Reis, Ananas und Bananen, Südfrüchte und wertgeschätzte Arznei- und Nutzhölzer, wie Mahagoni, Cedern und Gelbholz u. s. w. Die Tierwelt hat die europ. Haustiere. Kaimans finden sich in den untern Flußstrecken, Schildkröten, Fische und Muscheln an den Meeresufern. Unter den Mineralien wird Gold des Alluvialbodens seit zwei Jahrhunderten nicht mehr gewonnen, auch Silber nur wenig, dagegen Kupfer sehr viel und am meisten im Süden. Steinkohlen und Erdpech beutet man mit Nutzen, aber unzureichend aus. Auch sind mächtige Gipslager, Marmorbildungen, schöne Jaspisarten neben andern nutzbaren Mineralien vorhanden. Die berühmteste Mineralquelle ist die von San-Diego im Südwesten von Havana. Von der Oberfläche der Insel sind nur etwa 9900 qkm wirklich kultiviert; weite Strecken im Innern sind noch völlig unbekannt. Wald⸗ und Felf eneinöden, über 19800 Km, werden zu Hutungen benutzt, und 2750 akm sind künstliche Weiden. Die auf einzelne Teile des Landes zusammengedrängte Bevölkerung ist dennoch ziemlich dicht zu nennen und sich seit Anfang des 19. Johrh. fast um 1 Mill. vermehrt. Die Einwohnerzahl belief sich 1879 auf 1424 649 Seelen, worunter 965 735 Weiße, 287827 freie Farbige und 171087 Sklaven; inzwischen ist durch ein 8. Mai 1880 in C. proklamiertes Gesetz die Sklaverei ganz aufgehoben worden. Seit 1878 zerfällt die Insel in die sechs Verwaltungsbezirke Havana, Santiago de

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 701Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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