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Sagen & MythenBrockhaus 1882

Curtius (Marcus) war nach der röm. Sage ein edler Jüngling, der sich auf heldenmütige Art freiwillig für das Wohl seines Vaterlandes opferte, als sich auf dem Marktplatze von Rom eine Kluft eöffnet hatte. Die Weissager verkündeten, das Heil des Staats sei in höchster Gefahr, wenn sich die Kluft nicht schlösse; dies werde aber nur dann eschehen, wenn das beste Gut, das Rom habe, aae werde. Man wollte die Götter beragen, welches Gut dies sei; da trat C. auf. MNichts Besseres hat Rom als —7 und Tapferkeite, rief er dem versammelten Volke zu, legte hierauf seine Rüstung an, bestieg ein kostbar geschmücktes Roß, weihte sich vor den Augen des Volks feierlich dem Tode und stürzte sich in den Schlund, welcher sich alsbald schloß. Nach Livius verlegten die Geschichtsbücher herlt Sage ins Jahr 362 v. * Eine andere überlieferung bringt die Sage mit Mutius C., dem Vorkämpfer der Sabiner gegen Romulus, in Verbindung und erzählt, der Sieg der Sabiner sei bereits entschieden gewesen, als Mutius C. in den Sumpf auf dem 6e hab geraten sei, aus dem er sich nur mit Mühe habe herausarbeiten können. Seitdem habe der Sumpf Lacus Curtius geheißen. Beide Erzählungen gehören gänz-t lich ins Bereich der Sage. Vielleicht war, wie auch r angegeben wird, ein Blitzgrab (Bidental) an der z Stelle oder es hatte sich dort wirklich einmal eine Erdspalte geöffnet, wie im Mittelalter und noch im 18. Jahrh. auf dem Forum in der Nähe des Palatins geschah. Vgl. Lanciani im Bulletino dell' instituto di corrispondenza archeologicap (1871).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 721Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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