FeedCypervitriol ist Kupfervitriol
PflanzenreichBrockhaus 1882

Cypervitriol ist Kupfervitriol, s. u. Kupfer (Verbindungen). lervm uo (Cupressus) ist der schon aus dem Altertum stammende Name einer der Familie der Nadelhölzer angehörigen Pflanzengattung, deren Arten immergrüne Bäume und Sträucher ind, mit kleinen, meist dachziegelig angedrückten Blättern und fast kugeligen Rrelchr unter deren schildförmigen Schuppen zahlreiche harte, geflügelte Samen liegen. Die bekannteste und berit Imtesl Art ist die gemeine C. (C. sempervirens L.), welche im Orient, in Nordafrika und Südeuropa wächst, aber den deutschen Winter nicht erträgt, und einen nicht gar + Baum mit vierkantigen Astchen bildet. Sie besitzt ein dunkles Grün, ist daher von düsterm Ansehen und seit den ältesten Zeiten ein Sinnbild der Trauer. Bei den Griechen und Römern war 0 den Göttern geweiht. Man legte ihre Zweige in ie Särge der Verstorbenen, bezeichnete durch sie das Trauerhaus und pflanzte den Baum, wie es noch jetzt im Orient geschieht, allgemein auf Grabmißt, sind unter K aufzusuchen. stätten an. Berühmt sind in dieser Beziehung die von zahllosen hohen C. beschatteten Kirchhöfe der Türken auf der asiat. Seite von Konstantinopel. Selbst in den Gegenden, wo das Klima ihre Anpflanzung nicht gehattet, gilt die C. 1* als Symbol der Trauer. Das gelbe oder rötliche, wohlriechende Cypressenholz und die Samen oder Cypressenfrüchte waren ehedem auch als Heilmittel gebräuchlich. Das Holz ist sehr dauerhaft und galt den Alten für unverwüstlich, und allerdings widersteht es dem Wasser, wie überhaupt alle harzigen Hölzer, geraume Zeit. In archäol. Sammlungen kennt man Stücke, welche bereits mehrere tausend Jahre alt sind. Im Altertum galt das Cypressenholz häufig für Cedernholz. In mildem Klima ist die Kultur der C. leicht; ihre Vervielfältigung geschieht durch Aussäen der Samen. In Deutschland kann die C. nur in Kübeln gezogen werden und muß im Winter in das Orangeriehaus gebracht werden. Die C. hat in der Regel eine Wone Ahnlich wie d kegelförmige, sehr dichtästige Krone, ähnlich wie die ital. Pappel; seltener sind ihre Äste abstehend (C. horizontalis Mill.). Sie gehört zu den sehr alt werdenden Bäumen. Als die ältesten C. in Europa sind jedenfalls zu bezeichnen die eipreses de la reina in dem Garten des Generalife bei Granada in Spanien, welche aus der Mitte des 15. Jahrh. stammen sollen. Die übrigen Arten der Gattung Cupressus wachsen in Nordamerika und Ostindien. Dahin gehören: C. glauca Lamh., die graugrüne ostindische C., gewöhnlich portug. Ceder oder Ceder von Goa genannt, ein stattlicher, in Südspanien und Portugal häusig angepflanzter Baum mit umfangreicher Krone; C. pendula Jybꝗ., diechinesische Trauercypresse, ein schöner, in China und Japan wachsender und dort häufig auf Begräbnisplätzen angepflanzter Baum mit hängenden Ästen und Zweigen, und die in Mexiko 2.7 wel e Weihrauchcypresse (C. thurifera L.), welche eine bedeutende Menge wohlriechendes Harz ausschwitzt, das dort wie Weihrauch benutzt wird. Da die echte C. in kältern Klimaten nicht gedeiht, so 3er man in solchen Gegenden auch andere mehr oder minder ähnliche Nadelholzbäume mit dem Namen der C. belegt. Bei uns wird besonders der gemeine Lebensbaum (Thuja occidentalis), mit beiderseits flachen Astchen, statt der C. angepflanzt und häufig so genannt. Der kugelfrüchtige Lebensbaum (T. sphaeroidea) in Nordamerika ist unter dem Namen der weißen C. bekannt. Die in Mexiko, Carolina und Virginien einheimische, zweizeilige Eibentanne (Taxotlium distichum) führt auch den Namen der virginischen C. Endlich bezeichnet man auch das im südl. Europa einheimische und bei uns häufig in Gärten gezogene cypressenartige Heiligenkraut (Santolina Chamaecyparissus) dessen Blätter den Ästchen der echten C. ähnli sind, mit dem Namen der Gartencypresse. Diese letztere Pflanze gehört jedoch einer ganz andern Familie, nämlich der der Kompositen an.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 740Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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