FeedCapsarli
PflanzenreichBrockhaus 1882

Capsarli (lat.) hießen im alten Rom die Sklaven, welche den Kindern in einem kleinen Kasten sowie d die in der Schule nötigen Dinge nachtrugen, owie die Sklaven in den Bädern, welche gegen ein kleines Entgelt die Kleider in Verwahrung nahmen. OCapsella, von Mönch benannte Pflanzengattung aus der Familie der Cruciferen. Man kennt nur wenige Arten, die sämtlich der gemäßigten Iun beider Hemisphären angehören. Die beannteste Art ist das gemeine Täschelkraut oder Hirtentäschel, C. Bursa pastoris Mönch eins der gemeinsten Unkräuter, in ½½ auf bebautem Boden, auf Schutt und an Wegen wachend, ja von den Europäern auch na andern eltteilen, selbst bis Australien mit Getreide und Sämereien verschleppt. Es ist eine einjährige flanze mit rosettenförmig gruppierten Grundblättern, die bald fiederspaltig, bald ungeteilt sind, kleinen weißen Blüten und dreieckigen, ausgerandeten Schötchen, welche man mit einer Hirtentasche 9264934 hat. Früher war das Kraut offizinell. Urten me aus der Familie der Solanaceen, deren rten, meist perennierende Kräuter, seltener Sträucher, sämtlich in den Tropengegenden zu Hause sind. hre Blüten haben einen te erförmigen, fünf⸗ bis —37 Kelch, eine radförmige Blumenkrone mit fünf⸗ bis sechsspaltigem aum, fünf bis sechs im Schlunde der Blumenkrone eingewachsene Staubgefäße, deren Staubbeutel zusammenkleben und einen aus der Blume hervorstehenden Kegel bilden und einen Stempel, aus dessen Fruchtknoten sich eine beerenartige, zuletzt trockene, aber nicht aufspringende, zwei⸗ bis dreifaächerige, vielsamige Frucht mit erst fleischiger, dann lederartiger Schale bildet. Die Blätter stehen abwechselnd oder paarweise nebeneinander, die Blüten einzeln oder zu zwei bis drei auf blattwinkelständigen oder neben den Blattwinkeln aus den Zweigen entspringenden Stielen. Man kennt gegen 50 Arten, die aber wohl größtenteils als Kulturvarietäten anzusehen sind. Die wichtigste Art ist der auf den westind. r, G und in Südamerika einheimische Schotenpfeffer, C. annuum L., der zur Zeit nicht bloß in allen Tropenber en sondern auch in den wärmern Ländern r gemäßigten Zone, so in Spanien, Italien, Ungarn, in der Türkei vielfach kultiviert wird, und zwar in einer großen Anzahl von Varietäten. Das ächlich aber die roten, schotenartigen Früchte. Die letztern werden vielfach als Gewürz benutzt, hauptsächlich in Amerika und in Ostindien, in Europa vorzugsweise in Ungarn; in diesen Ländern werden dieselben (in Ungarn unter dem Namen Paprika, in Spanien unter dem Namen Pimiento) sehr vielen Speisen als Reizmittel zugesetzt. In Deutschland werden sie zu scharfen Saucen — Einmachen von Früchten (Mixed-Pickles) u. dgl. verwendet. Unter den vielen Kulturvarietäten, die sich muptvon denen die Früchte sogar roh oder ——— genannten Varietäten sind noch diejenigen zu erwähnen, die vorzugsweise in Südamerika kultiviert öt, sind unter K aufzusuchen. werden und den sog. Cayennepfeffer liefern, Schoten der beiden genannten Arten werden fein zerrieben, mit Salz oder Mehl vermengt und kommen so als Cayennepfeffer in den Handel; sie be-Ler noch mehr Schärfe als die von C. annuum. er scharfe Stoff der Fruchtschale ist ein noch wenig bekannter Körper, das sog. Capsicin. In der Medizin werden sowohl der Spanische als der Cayennepfeffer als Reizmittel bei Wechselfieber, Lähmungen der Zunge u. s. w. angewendet, in Südamerika auch gegen das Gelbe Fieber. Mauche Capsicum-Arten werden ihrer schönen roten Früchte wegen als Zierpflanzen kultiviert. schaft Conflans (Conflent), welche aus Regatin und Capeir bestand, ist ein kleiner Teil von der ranz. (bis 1659 span.) Provinz Roussillon. Sie beteht nur aus einigen Dörfern im obern Thale der Aude; die bedeutendsten derselben sind Formiguères und Puygvalador in fast 1500 m Höhe (Departement der Ost-Pyrenäen, Arrondissement Prades). 5 — ˙ (lat.), Entzündung der Linsenkapsel es Auges. OCaptatio (lat.), eifriges Trachten, Haschen nach etwas; C. benevolentiae, das Bemühen um die Gunst anderer, besonders gebraucht für eine dieses Ziel verfolgende Redewendung. Captatorisch nennt man jedes Verfahren, welches jemand einen Vorteil oder Gewinn in Aussicht stellt, um ihn dadurch zu der Gewährung eines noch größern Gewinns zu bestimmen. OCaptatoria institutio aut im röm. Recht eine Erbeinsetzung, deren Wirksamkeit von der Bedingung abhängig gemacht ist, daß der Testator oder ein bestimmter Dritter von dem ernannten Erben oder einem bestimmten Dritten ebenfalls letztwillig bedacht werde. Solche Erbeinsetzungen wurden durch einen Senatsbeschluß aus dem 1. oder 2. Jahrh. wegen der darin hervortretenden Erbschleicherei für nichtig erklärt. Neuere Gesetzgebungen haben diese Bestimmung nicht aufgenommen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 931Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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