Dähna oder Dehna, d. h. die Rote, ist die etwa 132000 qkm große Sandwüste im Innern des südl. Arabien. Diese Roba-el-Chali, d. h. der leere Raum, der ältern arab. Geographen grenzt an Jemen, Hadramaut und Omän. Nach Palgraves Meinung hat der Sand eine Unterlage von Granit, oder Basalt, oder auch Kalk. Die Mächtigkeit des Sandes schätzt er zu 120 m. Der herrschende Ostwind häuft den feinen Sand zu hohen und langen, von N. nach S. streichenden Rücken auf und verweht jede Spur, aber begräbt nie die Reisenden, die freilich vor Hunger und Durst leicht umkommen können. Die Hitze steigt hier bei Tage auf 43* C., und selbst nachts infolge der niedrigen Lage des Landes auf 38 C. Vom Persischen Meerbusen aus ist das Nedschd nur auf einer einzigen Straße ohne große Gefahr zu erreichen. ahömeh, ein Negerstaat im Norden der sog. Sklavenküste Oberguineas, grenzt im W. an das im Osten des untern Volta gelegene Ewe-Gebiet und im O. an den Opara und das Gebiet Höruba, Egba u. s. w.; im N. endet es vielleicht in 8‘ nördl. Br. Bis ins 17. Jahrh. waren die Dahomans ein unbedeutendes Wolt, von den Nachbarn aber als tapfer und kriegstüchtig gefürchtet und bekannt unter dem Namen der Ffon oder Fois, richtiger Fawin; die Hauptstadt des kleinen Landes war das nahe bei Abomeh gelegene Dahif. Ihr Häuptling Takudoun wagte es zu Anfang des 17. Jahrh., den König von Abomeh anzugreifen; er nahm ihn gefangen und bemächtigte sich seiner Hauptstadt. Seitdem nennen die Ffon ihr Land D. Einer der Nachkommen des Gründers, Agadja Torudo, unterwarf mehrere Nachbarländer und dehnte 1772 seine Herrschaft bis an das Meer aus, indem er den Küstenstrich von Juida (Widah) annektierte. Nun lernten die Europäer, welche mit dem Herrscher Verträge über den Sklavenhandel schlossen, den Namen der Dahomans kennen, einen Handel, welcher erst 1843 ein Ende nahm. Durch denselben, durch die Kriege der Dahomans und die greulich blutigen Institutionen im Lande ist dasselbe bekannter geworden. Die schwer zugängliche, hafenlose, fieberreiche Sandküste trägt zahlreiche Negerdörfer, in denen hier und da noch europ. Faktoreien bestehen. Es sind Gruppen kreisrunder Hütten mit kegelförmigem Dache, umgeben von Kokospalmen und Bananen; z. B. Keta Popo; Widah oder Whydah, das Juida oder Juda bei den ältern Berichterstattern, die bedeutendste Ortschaft der Küste; Porto-Novo, mit einem franz. Comptoir. Die nun folgenden, seit 1862 britisch gewordenen Badagry und Lagos, liegen schon außerhalb D.s. Die Größe des Areals beträgt nach Burton etwa 10400 qkm und die Bewohnerzahl nach dem franz. Konsularagenten Béraud in Widah (1866) 180000. Von der Küste bis über den 7. Breitengrad hinaus bildet das Land eine niedrige Alluvialebene mit üppiger Vegetation und reichen Bodenprodukten. Rehr der Küste ziehen sich Lagunen hinter schmalen Nehrungen bis weit ins Land. Gegen die Hauptstadt Abomeh hin tritt Granitboden auf, aber auch in den nördl. Teilen fehlen bedeutendere Erhebungen. Bei Dis tropischer Lage unter 6—8 nördl. Br. ist die Vegetation überaus bedeutend; alle Früchte der heißen Zone, Orangen, Melonen, Yams, Zuckerrohr, Mais, Getreide, Erdnüsse, Baumwolle, Indigo, Tabak gedeihen in üppigster Fülle. Alle Arten von Vieh, Schafe, Ziegen, Geflügel, finden sich in Menge: die Pferde, obgleich klein wie Ponies, sind wohlgestaltet. Auch finden sich Elefanten vor. Die Raubtiere sind zahlreich, die Schlangen von ungeheurer Größe, doch nur zum geringsten Teile giftig. Das Klima ist verhältnismäßig gesund. Die Bewohner gehören teils einer edlern, oft schönen Rasse an, namentlich in der herrschenden gesellschaftlichen Schicht, teils einer ganz häßlichen, niedern Negerschicht; oft haben sie viel geistige Fähigkeit verraten. Die höhere Klasse nennt ihre Sprache und danach sich selbst Ffon oder Fawin; dieselbe ist verwandt mit dem Ewe, Yöruba, Odschi u. s. w. in Oberguinea. Sie sind gute Landwirte und neigen zum seßhaften Leben. Ihre Industrie erstreckt 10 auf Leinen⸗ und Baumwollstoffe, Thongeschirre, Säbel und Ackergerät, auf die Ernte von Baumwolle, Pflanzenseide und Indigo. Ihr Handel liefert seit Unterdrückung der Sklavenausfuhr hauptsächlich Palmöl. Das Volk kennt keine Buchstabenschrift. Mohammedaner suchten auch hier den Islam und die Schriftkenntnis u verbreiten, im ganzen herrscht jedoch der gröbste Fetischismus. Die verbreitetste Art desselben ist der Priapenkultus; durch das ganze Land findet man die männlichen und weiblichen Gegenstände desselben aufgestellt, welche mit Palmöl begossen und angerufen werden. Die Lage des Volks ist um nichts besser als die von Sklaven, obwohl nur zwei Drittel desselben wirkliche Sklaven sind: Kriegsgefangene, Schuldner oder Verbrecher. Das Heiraten wird durch Kauf abgemacht und der Stand der Frauen ist verachtet. Die Re-Dennem ist der unumschränkteste Despotismus. Der König unterhält gegen 5000 Weiber, die bewaffnet und eingeübt sind und, in Regimenter geteilt, seine Leibwache bilden. Doch besteht daneben noch eine Armee, die, wie die Leibwache selbst, nach den Provinzen eingeteilt ist. Thronfolger ist in der Regel der älteste Sohn der Lieblingsgemahlin. Stirbt die Königin-Mutter, so wird eine andere Frau dazu ernannt; ebenso wird ein Minister oder andere hohe Person in solcher Weise ersetzt. Der König ernennt die Ortshäuptlinge, welche mit einem regelmäßigen Kontingent seinem Winke zu folgen haben. Außer den höchsten Würdenträgern gibt es zahlreiche Häuptlinge zweiten Ranges, die den portug. Titel Cabeceres führen; diese tragen ein Korallenhalsband, silberne Armringe, den Sonnenschirm und ein Taburett. Sie haben oft bei Hofe zu erscheinen und kostbare Geschenke zu bringen. Polizei und Gesetzgebung sind überaus streng, die Sitte der Hinrichtungen bei politisch-religiösen Festlichkeiten fürchterlich. überhaupt steht der Kopf jedes Unterthanen dem Belieben des Königs zur Verfügung. Der 1858 verstorhene König Gheso, ein intelligenter Mann, hatte die Menschenopfer abgeschafft, außerdem viele Verbesserungen eingeführt und die Hinrichtungen auf wirkliche Straffälle beschränkt. Allein sein Sohn und Nachfolger Bahadung führte die Menschenopfer und blutigen Greuel bereits zur Totenfeier des Vaters wieder ein und fuhr darin fort, trotz der Vorstellungen des engl. Konsuls Burton. Ebenso begann er gegen den Rat und Willen der Engländer einen Krieg gegen Abbeokuta, in welchem er jedoch trotz der größten Bravour seiner Amazonen 15. März 1864 eine schwere Niederlage erlitt. Haupt- und Residenzstadt des Landes ist Abomeh (s.d.). Etwa 10 km südlich von der Hauptstadt liegt in wohlkultivierter Ebene der heilige Ort Canamina mit 10000 E. Das große Aladda oder Allada, früher von den Europäern irrig Ardrah genannt, zählt 15—18000 E. Südlich von Abomeh liegt Widah, engl. Whydah, mit dem brit. Fort William, der interessanteste Punkt des Reichs und sein Haupthafen-und Handelsplatz, ein großes Dorf mit 20—25000 E. Der Ort ist der am besten in ganz D. versehene Markt, war früher Hauptstadt eines eigenen Reichs und bis in die neuere Zeit ein Hauptsklavenmarkt dieser Gegend. Jetzt ist er Hauptstapelplatz für den Palmölhandel nach Marseille und andern europ. Häfen. Alle Kaufleute, die mit D. Handel treiben, besitzen hier Faktoreien. Ein Viertel des Ortes (12—15000 E.), das franz. Salam, wurde von ehemaligen Sklaven des nahegelegenen Forts gegründet, einem überaus trägen, arbeitscheuen Völkchen. Von Widah 56 km östlich liegt orto⸗-Novo oder Ajascho, an der Lagune Ossa, früher ein bedeutender Sklavenmarkt, wie das im Westen von Widah gelegene Popo, dessen 5000 E. sehr thätig und geschickt in Metallarbeiten sind. Litteratur. Dalzel, «The history of D.5 (Lond. 1793); Duncan, Travels in West-Africap (2 Bde., Lond. 1847); Forbes, Dahomey and the Dahomianso (2 Bde., Lond. 1851); Guillevin, Voyage dans Pintérieur du royaume de Dahomeys (in den „Nouvelles annales des voyageso, Par. 1862); Burton, & mission to Dahomey (2 Bde., Lond. 1864); Skertchly, Dahomey as it ise (Lond. 1874).