Borgu wird fälschlich in alten Büchern der Staat Wadai (s. d.) im östl. Sudan genannt, ist aber in Wahrheit der Name von zwei Landschaften im Innern Nordafrikas. B., Börku, zunächst ein Distrikt der östl. Tebu oder Tibbu in der Sahara zwischen Fessan und Wadai. Von letzterm ist der Distrikt im S. durch einen Wüstenstreif getrennt, im SW. von Bödele, im NW. vom Gebiet der Don Gosa, im O. von Wanjanga 1 bedend Das Land ist ein mit felsigen Bergen bedecktes, unwegsames Terrain, in welchem stellenweise tiefe, quellenreiche und fruchtbare Thäler, sowie gute Weidestriche, aber auch ausgedehnte Sandebenen auftreten, und das außer einer ungeheuern Menge von Datteln an begünstigten Stellen Trauben und Feigen erzeugt, während Getreide weniger gebaut zu werden scheint. Es gehört, wie Kanem, den arab. Stämmen Ueläd-Sliman und den Mgharba, welche drei oder vier Jahre von Kanem dieer onn und die ganze Dattelernte mit sich nehmen. Die Bewohner von B. sind teils seßhaft, teils Rüpdies lebend. Jin oder Beläd-el-Omiän ist die Hauptstadt des Landes und der Knotenpunkt der Karawanenstraßen nach Wadai, Fessan und Kanem; nächstdem wichtig ist Egai, ein 280 Km im SW. von Jin gelegenes Land, in einer weitberühmten flachen, weidereichen Thallandschaft, welche von B. durch die kaum 120 m hohe Landschaft Bödele getrennt ist, einen alten Seeboden, wohin sich ehedem der aus dem Thal kommende Bahr-el-Ghasal ergoß. Die Tebu-Börgu sprechen eine Mundart der Tedasprache. Der erste Europäer, der B. besuchte, war Nachtigal (1871), der die Zahl der Einwohner auf 10—12000 schätzt. B., Bur gu oder Bärba, eine ausgedehnte, vom 10. Parallel nördl. Br. und vom 20. Meridian östl. L. (von Ferro) durchkreuzte Landschaft im westl. Sudan, zwischen Kubbi im N., dem Fellatareiche Gando am Niger im I Mandm im S. und dem Lande der Wangarä oder Ost-Mandingo im W. Das Land ist teils eben, teils bergig, sehr fruchtbar, reich an Herden von ausgezeichnetem Rindvieh und kleinen Pferden, während in den großen und dichten Waldungen Wattend⸗ und Raubtiere aller Art hausen. Die vorwaltende Bevölkerung gehört der Sprache nach zum Negerstamm von Voruba (s. d.), ist aber durch den Handel fast durchweg mit dem Haüssa bekannt. Sie bilden eine Menge nach ihren Hauptorten benannte Staaten. Die kleinern (Kiama, Wawa, Lugu u. a.) stehen in einer Art von Feudalverhältnis zum Fellatareiche Gando und werden jett, wie auch der größere Staat Bussa (in dessen Hauptstadt am Niger 1805 Mungo Park sein Leben verlor), als Bestandteile desselben angesehen. Dagegen ist der Staat Niki, dessen Oberhaupt vorzugsweise den Titel eines Sultans von B. führt und in der sehr großen und volkreichen Stadt Niki wohnt, so mächtig, daß er tadfe den Fellata unabhängig geblieben. Die Städte Wawa und Kiama snd edeutende Handelsplätze, belebt durch die hindurchziehenden Karawanen. „Borinage ist der Kollektivname einer Anzahl in der Umgebung von Mons in der belg. Provinz Hennegau, südlich der Haine, gelegener Hlenban veden, deren Haupterwerbsqueile im Kohlenbau beteht. Die vorzüglichsten derselben sind: Jemappes, rameries, Päturages, . Boussu, Dour, longes, Hornu, Cuesme, .Ghiflain, Warquignies, Wasmes. Die Bewohner heißen Borains, welcher Name etymologisch ohlenbauer bedeuten soll (von bure, bore, Schacht; dieses vom deutschen ahohreno). Der überlieferung nach kamen die ersten Borains aus dem lütticher Lande nach Frameries. (Godunow.