Dalekarlien, schwed. Dalarna, eine rauhe und gebirgige, aber an malerischen Gegenden reiche Landschaft im mittlern Schweden, welche jetzt in administrativer Hinsicht das Stora-Kopparbergs- oder Falu-Län bildet und ein Areal von 29578, E6m umfaßt, von welchen 1780 qkm auf die Gewässer kommen. D. wird von der Dalelf durchströmt. Der Ackerbau ist im größten Teile des Landes unzureichend, die Viehzucht dagegen durch zahlreiche Wiesen begünstigt. Die Wälder sind ausgedehnt und in der letzten Zeit sehr ausgebeutet. Wichtig ist der Bergbau, besonders auf Eisen, Kupfer und Schwefel; auch wird etwas Silber und Gold gewonnen. Von Fabrikanlagen sind hervorzuheben: das Kupferwerk zu Falun; die großartigen Eisenwerke zu Domnarfvet, Wikmanshyttan, Furudal, Svartnäs, Nyhammar, Kloster, Korsnäs, Smedjebacken und Avesta; die Sägemühlen zu Korsnäs, Domnarfvet, Hofors, Korsan u. s. w.; die Papierfabrik Grycksbo; zwei Pulvermühlen u. s. w. Die Zahl der Bewohner belief sich 1880 auf 190 133, die sich durch Genügsamkeit, Fleiß, Ehrlichkeit und Freiheitsliebe, aber auch durch Eigensinn und starres Festhalten am Althergebrachten auszeichnen. Daher werden die uralten, eigentümlichen Volkstrachten, für die einzelnen Kirchspiele wechselnd, noch heute von der Mehrzahl der Bewohner beibehalten. An ihrer Tapferkeit brachen sich wiederholt die gegen Schwedens Freiheit und Unabhängigkeit gerichteten Angriffe, so namentlich als Christian II. von Dänemark den schwed. Thron bestiegen hatte. Deshalb genießen auch die Dalekarlier noch immer eines bedeutenden Ansehens. Gleich den übrigen Schweden besitzen sie eine natürliche Anlage zu mechan. Fertigkeiten, und mancherlei Erzeugnisse ihres Hausfleißes kommen in den Handel, wie Porphyrarbeiten aus Elfdalen, Schleif-und Mühlsteine aus Orsa, Böttcher-, Drechsler- und Schmiedearbeiten, Wanduhren und Nähmaschinen (aus Mora), feine Haararbeiten u. s. w. Da der karge Boden seine Bewohner nur spärlich nährt, so wandern viele derselben nach andern Gegenden Schwedens aus, kehren aber, wenn sie etwas erworben, fast immer wieder in ihre Heimat zurück. Außer den drei Städten des Landes, Falun mit 7305, Hedemora mit 1377 und Säter mit 541 E., sind die Flecken Avesta an der Dalelf, Ludwika am See Weßman und Smedjebacken am See Nord-Barken bemerkenswert. Letzterer steht durch den 1795 eröffneten und 1840—60 erweiterten, naturschönen Strömsholmskanal mit dem Mälarsee in lebhafter Verbindung. Eine Privatbahn führt seit 1859 von Falun nach Gefle, und 1875 ward die Nördliche Staatsbahn bis zur Station Storvik vollendet. Von dort ist der Bau nordwärts fortgeführt und 1882 nach Norwegen (Drontheim) eröffnet; auch eine Privatbahn von Falun nach Gothenburg (478 Km) wurde 1879 vollendet. Im Süden bestehen mehrere Lokalbahnen.