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ErdkundeBrockhaus 1882

Jonköping, Län und Stadt in Südschweden. Das Jönköping-Län umfaßt den nordwestl. unsruchtbarsten Teil des smäländischen Hochlandes und zählt (Ende 1883) auf 11575 qkm 196 652 C. Gewässer nehmen 900 akm ein; Wälder nehmen etwa 29 Proz. der Festlandoberfläche ein, 15 ½ Proz. sind Wiese, nur 9½¼ Proz. angebautes Land. Die Viehzucht und der Ackerbau sind von großer Bedeutung. — Die Stadt Jönköping liegt an der Südspitze des großen Sees Wettern, zwischen diesem und den kleinen Seen Munksjön und Rocksjön, in reizender Lage, von bedeutenden Höhen umgeben. J. ist Station der Linie Falköping-Malmö der Schwedischen Staatsbahnen, der Sitz des Landeshauptmanns, des Göta-Hofgerichts, einer Privatbank und einer Mobiliar-Feuerversicherungsanstalt und zählt (1883) 18321 E. Von den zahlreichen Fabriken sind besonders hervorzuheben: die Zündhölzchenfabrik, deren Erzeugnisse weltberühmt sind (die Produktion 1881 ward auf 3½ Mill. Reichsmark ö Damast; und die Fabrik für Asphaltpappe; ferner Damast⸗ und Drillichwebereien, Dampffärberei, mechan, Werkstätte, rfümerien, Cigarren und Schnupftabak u. s. w. I. ist eine uralte Stadt; 1809 ward hier Frieden mit Dänemark geschlossen. Jousou (V. s. unter Nareisse. genannt, berühmter dramatischer engl. Dichter und Shakspeares Freund, geb. 11. Juni 1574 (nach andern 1573) zu Westminster, mußte, nachdem er in der dortigen Schule seine erste Bildung erhalten hatte, das Handwerk seines Stiefvaters, eines Maubers, ergreifen. Er wurde jedoch dieser Beschäftigung bald überdrüssig, ließ sich anwerben und machte den Feldzug in Flandern mit. Nachdem er in seinem 20. Jahre nach England zurückgekehrt, besuchte er die Universität zu Cambridge. Mangel an Subsistenzmitteln führte ihn jedoch alsbald von dort auf die londoner Bühne, und ein Zweikampf, in welchem er seinen Gegner tötete, brachte ihn ins Gefängnis, wo er katholisch wurde, später jedoch zum Protestantismus zurückkehrte. Nach seiner Freilassung wurde er Dramaturg und schrieb unter anderm die zwei geistreichen Lustspiele EVery man in his humouro (1596) und Every man out of his humouro (1599). J. war indes kein Nachahmer seines großen Zeitgenossen Shakspeare, indem er die Sitten und Eigentümlichkeiten seiner Landsleute in derber Natürlichkeit schilderte, ohne sie, wie jener, im Lichte der Romantik zu verklären. Das Publikum zollte dem neuen Dichter Beifall. Auch die Königin Elisabeth begünstigte ihn, und er schrieb für diese Cynthia's revelso, denen er den Poetastery (1601) folgen ließ. Dadurch wurde er in einen heftigen Federkrieg mit Dekker und Marston verwickelt. Zu dem von Raleigh gestifteten Mermaid-Klub, an welchem Shakspeare, Beaumont und Fletcher teilnahmen, gehörte auch J. Nach der Thronbesteigung Jakobs I., der ihn zuerst wegen des in Gemeinschaft mit Chapman und Marston gedichteten satirischen Schauspiels Eastward Hoen einkerkern ließ, wurden seine poetischen Talente vielfach zur Verherrlichung von Hoffestlichkeiten in Anspruch genommen, und so entstanden seine allegorischen, unter dem Namen Masken (Masques) bekannten Gelegenheitsstücke. Neben seinen wenig tiliney schrieb er seit 1605 einige seiner vorzüglichsten Lustspiele, wie «Volponev, Epicoene und den „Alchymistv. Das Schäferspiel Thesad shepherdo blieb unvollendet. Jakob J. ernannte ihn 1619 zum Hofdichter mit einem Gehalt von 100 Mark, welche Karl J. auf 100 Pfd. St. erhöhte. J. starb 16. Aug. 1637 und ruht in der Westminster-⸗Abtei. Sein Grabstein hat die Inschrift &0 rare Ben Jonsonv. Seine Werke wurden am vollständigsten von Gifford (7Bde., Lond. 1816; in 3 Bdn. 1872), von Procter (Lond. 1838) und von Cunningham (3 Bde., Lond. 1870) herausgegeben. Vgl. Baudissin, „Ben J. und seine Schule (2 Bde., Lpz. 1836), und Meziĩres, „Contemporains et successeurs de Shakspeare (2. Aufl., Par. 1864).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 883Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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