Dalimil (Dalemil), der Name des sonst unbekannten Verfassers einer czech. Reimchronik, in welcher die Schicksale des czech. Volks von seiner Einwanderung bis zum J. 1314 besungen werden (herausg. in den Fontes rerum bohemicarumo, Bd. 3, Prag 1878). Das Werk stammt aus dem 14. Jahrh. und charakterisiert sich besonders durch einen glühenden Haß gegen alles Deutsche. Eine deutsche noch aus dem 14. Jahrh. stammende übertragung wurde von Hanka in verstümmelter Form lin den «Publikationen des Litterarischen Vereins v . Stuttgart), neuestens von Jirekek in besserm exte ediert. Nach Hajek wurde früher die Chronik auch mit dem Namen Bunzlauer Chronikso bezeichnet. Im ganzen hat das Tendenzgedicht einen mehr sprachlichen als histor. Wert. „Dalin (Olof von), schwed. Dichter und Historiker, Begründer des neuern schwed. Prosastils, geb. 29. Aug. 1708 zu Winberga in Halland, studierte in Lund und erhielt dann eine Anstellung in der königl. Kanzlei zu Stockholm. Von 1733—34 ab er anonym und nach dem Vorbilde von Addions «Spectatoro das Wochenblatt Then Svänske Arguso heraus, das großes Aufsehen erregte und dem Verfasser bedeutende Vorteile brachte. Im J. 1737 ward D. zum königl. Bibliothekar ernannt, 1744 erhielt er von den Reichsständen den Auftrag, eine Anrer des Schwedens zu verfassen, 1751 ward er Lehrer des Kronprinzen (spätern Königs Gustav III.) und in den Adelsstand erhoben; 1753 erhielt er den Titel eines Kanzleirats, 1755 die Würde eines Reichshistoriographen und kurz vor seinem am 12. Aug. 1763 erfolgten Tode ward er zum Hofkanzler ernannt. Als dramatischer Dichter ist er von der klassisch-franz. Schule beeinflußt; davon Tuune das Epos «Svenska Friheteno (1742), das Trauerspiel Brynilda (1738) und das Lustspiel Den afundsjukes (1738). Dagegen ist er echt schwedisch und ein Vorläufer Bellmanns, Franzens und Dahlgrens in seinen zahlreichen, von Witz und guter Laune sprudelnden Liedern. Von seinen Satiren ist Aprilverk om vär härlige tido (1740) die beste. Auch als Prosaist hat D. Bedeutendes geliefert, und seine Svea Rikes Historiao (Bd. 1—3, Stockh. 1747—62), die bis zum Tode Karls IX. reicht, nimmt in der schwed. Geschichtschreibung einen ehrenvollen Platz ein, obwohl von dem Inhalt jetzt vieles veraltet ist. Sammlungen von D.s Gedichten sind öfters veröffentlicht worden; so: Vitterhetsarbetendo (1767), Poetiska