Danikic (spr. Dänitschitsch, Georg), bedeutender serb. Sprachforscher, wurde 4. April 1825 in Neusatz geboren, erhielt seine Gymnasialbildung dort und in Preßburg, studierte 1844in Pest Jurisprudenz und ging 1845 nach Wien. Dort verließ er dies Kand nachdem er Bekanntschaft mit Vuk Stefanovie aradzie, dem Wiedererwecker der serb. Sprache und Volkslitteratur, gemacht hatte, und ging zum Studium der slaw. Philologie über, in der Miklosich sein Lehrer ward. Im J. 1856 wurde D. Bibliothekar in Belgrad, 1859 Lehrer am Lyceum, 1863 Professor der slaw. Philologie an der Hochschule, welche Stelle er bis 1865 bekleidete. Er siedelte hierauf nach Agram über, wo er 1867 zum Sekretär der kurz zuvor gegründeten Akademie gewählt wurde; 1873 nach Belgrad als Professor der slaw. Philologie zurückberufen, ging er 1877 von neuem nach Agram, von der serb. Regierung beurlaubt, um die Arbeit an dem großen, von der Akademie herauszugebenden serb.⸗kroat. Wörterbuche ungestört fortsetzen zu können, und starb hier 17. Nov. 1882. Das erste Ziel von D.s Thätigkeit war die wissenschaftliche Begründung der Reformen Vuks (auf seiner ersten Schrift: Kampf um die serb. Sprache und Orthographie v, 1847, nahm er anstatt seines Familiennamens Popovié den Namen D. an und behielt ihn bei); bald erhob er sich zu selbständiger Durchforschung aller Teile der serb. Sprache, die histor. Grammatik derselben wie der heutige Stand der Sprache sind von ihm in einer Reihe ausgezeichneter Werke so bearbeitet, daß das Serbische jetzt unter den slaw. Sprachen die im wissenschaftlichen Sinne am besten bearbeitete ist. Seine Hauptwerke sind: „Oblici srpskoga ili hryatskoga jezikav (in vielen Auflagen), Istorija oblika srpsk. ili hrvatsk. jezika (Belgr. 1874), Osnove srpsk. ili hrvatsk. jezikav (Belgr. 1876), Korijeni u hryatskom ili srpskom jezikuy (Agram 1877), Rjeênik iz knjikevnih starina srpskiho (3 Bde., Belgr. 1864; altserb. Wörterbuch). Dazu kommen zahlreiche größere Abhandlungen über einzelne Teile der Grammatik in den Publikationen der Belgrader Gelehrten Gesellschaft und der agramer Akademie, namentlich die über den serb. Accent. Von dem großartig angelegten serb.kroat. Wörterbuche, das D. im Auftrage der agramer Akademie bearbeitete, sind vor seinem Tode nur drei Hefte fertig geworden. Besondere Erwähnung verdient noch die sprachlich ausgezeichnete serb. Übersetzung des Alten Testaments, womit D. das Werk Vuks, der das Neue Testament übersetzt hatte, vollendete.