Dalibor, ein böhm. Ritter von Kozojed bei Leitmeritz, suchte sich in den Besitz der Herrschaft Ploschkowitz zu setzen, indem er die Bauern derselben gegen ihren Gutsherrn Wenzel Adam von Drahenitz aufwiegelte (1497). Die mit letzterm befreundeten Bürger von Leitmeritz aber zogen gegen D. zu —1 nahmen ihn gefangen und lieferten ihn an König Wladislaw zur Bestrafung aus. Dieser ließ den Landfriedensbrecher nach längerer Gefangenschaft im (Weißen Turme des prager habe in enthaupten. Die Sage erzählt, Ritter D. habe in seinem Gefängnisse eine Geige gefunden und durch fortwährende Übungen, obwohl er früher nie gespielt, es zur größten Kunstfertigkeit auf diesem Instrument gebracht. Die Vorübergehenden hätten oftmals staunend den herrlichen Melodien zugehört, die aus dem Innern des Weißen Turms hervortönten. Daher das Sprichwort: Etiam Daliborem fames musicam docet (Auch den D. lehrt der Pärhen die Musik). Thatsache ist, daß der jetzt noch stehende Weiße Turm der prager Burg im Volksmunde «Dalibortao genannt wird.