Dallaeus (Johannes), eigentlich Jean Daillé, berühmter Theolog der reform. Kirche Frankreichs, geb. 6. Jan. 1594 zu Chatelleraut, studierte seit 1612 zu Saumur Theologie und ward befreundet mit Amyraut und Cappel. Zugleich trat er in die Familie des berühmten du Plessis-Mornai ein als Erzieher seiner Enkel und machte mit diesen 1619—21 eine große Reise durch Italien, Deutschland, Holland und England. Im J. 1623 ward D. Schloßprediger bei du Plessis, 1625 Prediger zu Saumur, 1626 Prediger der pariser Gemeinde zu Charenton, wo er 15. April 1670 starb. D. war einer der einflußreichsten Theologen der reform. Kirche Frankreichs, deren letzte Nationalsynode 1659 zu Loudun er als Präsident leitete. Er vertrat die Anschauung Amyrauts. Als Polemiker gegen die kath. Kirche trat D. besonders auf in der Schrift De usu patrumo Lat a Genf 1632; lat., Genf 1656), wo er den Satz aufstellt, daß alle Lehre, welche mit den drei ersten Jahrhunderten nicht übereinstimme, als menschliche Erfindung zu verwerfen sei.