Dalmatica hieß das römische, ursprünglich in Dalmatien gewöhnliche, lange, weiße Oberkleid mit Armeln, das bei feierlichen Gelegenheiten getragen wurde. Im 2. und 3. Jahrh. war es in Rom noch wenig gebräuchlich, denn die Kaiser Commodus und Heliogabal werden getadelt, daß sie es öffentlich trugen. Bis zum 5. Jahrh. wurde die D. anscheinend den Bischöfen und Priestern vorbedonen mit Ausnahme Roms, wo auch die Diaonen sie trugen. Der Papst Symmachus gestand sie den Diakonen der Kirche von Orleans zu und erst im 6. Jahrh. kam sie allgemein bei allen Diakonen in Gebrauch. Sie ist jetzt vom Stoff und Farbe des Meßgewandes (casula), mit welchem sie hnlichkeit hat, nur daß sie etwas kürzer, am Saume nicht rund, sondern gerade geschnitten und mit offenen Armeln versehen ist; auf dem Rücken sind statt des Kreuzes nur zwei schmale farbige oder Tressenstreifen angebracht oder auch ohne solche am Saume Troddeln. Der pontifizierende Bischof trägt sie von weißer Seide. Auch unter dem Krönungsornat der deutschen Kaiser kam die D. vor.