FeedDiadem (grch.) hieß die aus Seide
Sitten & ModeBrockhaus 1882

Diadem (grch.) hieß die aus Seide, Wolle oder Garn gefertigte Stirnbinde, welche im Altertum den Fürsten und angesehenen Personen zum Schmuck diente. Sie war schmal und nur in der Mitte über der Stirn breiter. Das D. der nborr Gottheiten und Könige war mit dem Symbol der heiligen Schlange N versehen. Das bacchische D., gewöhnlich Kredemnon genannt, das man oft an antiken Darstellungen, zumal des ind. Bacchus, sieht, bestand aus einer die Stirn und Schläfe umwindenden gefalteten Binde, hinten geknüpft, mit 2. um die Tiur Enden. Bei den Persern war das „um die Tiara oder den Turban geschlungen und von blauer Farbe, mit Weiß durchwirkt. Die ersten röm. Kaiser enthielten sich dieses Schmuckes, um nicht dem Volke zu mißfallen, da er an die verhaßte Königswürde erinnerte. Erst Diocletian führte das D. wieder ein, und Konstantin d. Gr. schmückte es noch mehr ˖aus. Seit dieser Zeit wurde es mit einer einfachen oder dopginnen findet man auf Münzen mit D. und Schleier abgebildet. Durch Justinian wurde es zu einer Krone erhöht, die anfangs einer Stirnbinde gleich aus einer Anzahl gleichbreiter Metallplatten zusammengesetzt war. Die beistehenden Abbildungen zeigen vier, sechs und acht solcher Platten. So ist die alte ungar. Krone und die deutsche Kai- = serkrone, welche erst = durch Konrad II. eizur metallenen Krone geworden, setzte in dieser seine formelle Geschichte fort. D. blieb nur symbolischer Ausdruck(s. Krone) und ist gegenwär⸗ 1 tig Damenschmuck VII ter. Diademartiist auch in den ger⸗ Jia.! man. und skandinav. Gräbern gefunden worden, doch herrscht über Bedeutung und Träger noch vollständiger Zweifel.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 292Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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