FeedDammastock
ErdkundeBrockhaus 1882

Dammastock, der höchste Gipfel der Urneralpen Alpen 19, erhebt sih auf der Grenze der schweiz. Kantone Uri und Wallis als breite, im W. vergletscherte, nach O. tberid und felsig abstürzende Kuppe zu 3633 m über das Meer. Am westl. Abhange breitet sich der Rhönefirn aus; die östl. Gneiswand taucht in den steil zum Geschenenthal abfallenden Dammafirn. Südlich vom Stock verbindet der schwierige Dammapaß, etwa 3500 m, die beiden Firne. Die Besteigung des Gipfels wurde 1864 zum ersten mal von dem schweiz. Alpenklubisten Hoffmann-Burckhardt von Basel ausgeführt, dem 1867 auch die erste Überschreitung des Dammapasses gelang; seither ist der Berg, der geringe Schwierigkeiten und eine prachtvolle Rundsicht gewährt, über den Firnhang der West-D.r öfters bestiegen worden. Nach dem D. wird er südlichste, höchste und am stärksten vergletscherte Teil der Urneralpen, zwischen der Aare und der Reuß, dem Furcapaß und dem Sustenpaß, Dammagruppe benannt. Der Hauptkamm derselben, in seinem mittlern und höchsten Teile auch Winterberg benannt, zieht sich als Wasserscheide wischen Rhone und Reuß von S. nach N. über das Furcahorn, den Galenstock, 3597 m, den Tiefen- und Rhönestock, 3603 m, zum D., Schneestoct, 3608 m, und Eggstock; weiter nördlich bildet er mit den Gipfeln Maasplankstock und Hinterthierberg die Wasserscheide zwischen Aare und Reuß und dehnt sich mit zahlreichen Asten bis zum Thal der Gadmeraar aus. Die Gneis⸗ und Granitgesteine der Gruppe sind reich an Mineralien, besonders Flußspat, Titanit, Adular, Epidot, Asbest, Topfstein und Quarz (Bergkrystall, Rauchquarz und Morion). In dem östl. Ausläufer, der vom Tiefenstock abzweigend sich zwischen dem Urseren⸗ und dem Geschenenthal bis zur Reuß vorschiebt, wurde in der elswand oberhalb des Tiefengletschers nahe beim letschhorn 1867 von Strahlern (Krystallsuchern) eine Krystallhöhle entdeckt, welche fast 300 Ctr. tiefschwarzen Bergkrystalls (Morion) lieferte, die schönsten Stücke, bis 87 em hoch und bis 134 kg schwer, sind im naturhistor. Museum von Bern aufgestellt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 800Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 4

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Erdkunde 6