FeedDante
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Dante 3er der art⸗ der größte Dichter Italiens, zugleich einer der größten Dichter aller Zeiten und Völker, war in der zweiten Hälfte des Monats Mai (näher läßt sich sein Geburtstag nicht bestimmen) 1265 zu Florenz geboren. Seinen Vater Aldighiero, Conversations-Lexikon. 13. Aufl. IV. einen Rechtsgelehrten, verlor er noch als Knabe; seine Mutter Bella, aus unbekanntem Geschlecht, soll ihn zur Erziehung dem großen Staatsmanne Brunetto Latini, dem ausgezeichnetsten und gelehrtesten Manne seiner Zeit, übergeben haben, dessen Einfluß auf D. ein entscheidender gewesen zu ein scheint. Teils in seiner Vaterstadt unter der Leitung dieses trefflichen Lehrers, teils in Bologna und Padua erhielt D. die ganze gelehrte Bildung Heiben Zeit und eignete sich das gesamte Wissen derselben an. Nach einer freilich unverbürgten Nachricht soll er in spätern Jahren in Paris in Enalan studiert, ja sogar die Universität Oxford in England besucht haben. Von entscheidendem Einfluß auf seine Geistesentwickelung war der Eindruck, den die schöne Beatrice, die Tochter des Folco Portinari, eines angesehenen florentinischen Bürgers, auf sein Gemüt ausübte. Er lernte sie, die ein Fahr jünger war, in seinem neunten Lebensjahre kennen, sie wurde von da an der Gegenstand seiner reinen, keuschen, idealen Liebe, zugleich die teines Teber Quelle der dichterischen Begeisterung seines Lebens. Es war ihm be h nicht vergönnt, die Geliebte zu besitzen. Dieselbe heiratete einen florentinischen Edelmann, Simone dei Bardi, und starb 1290 in ihrem 24. Lebensjahre. Während 10 Heirat nahezu ohne Einfluß auf den Dichter und seine reine Liebe geblieben zu sein scheint, war dagegen ihr Tod für ihn ein niederschmetternder Schlag. Er betrauerte sie lange und warf sich dann, Trost suchend, mit Eifer auf das Studium der Philosophie, welches den Kampf zwischen Glauben und Wissen in seiner Seele hervorrief. Zwei Decennien hindurch vertiefte er sich in metaphys. und scholastische Untersuchungen, dann kehrte er reuevoll zurück zum christl. Glauben, der ihm in seiner idealen Gestalt in Beatrice erschienen war. Weder das mächtige Feuer der Leidenschaft noch die eifrigen Studien hielten D. ab, seine Pflichten gegen das Vaterland zu erfüllen. Er focht in der siegreichen Schlacht beiCampaldino (1289) gegen die Aretiner und war bei der Eroberung der Feste Caprona (1290) zugegen. Welche bürgerlichen Amter er früher verwaltet, ist nicht bekannt, wohl aber, daß er, nachdem er zu verschiedenen Gesandtschaften verwendet worden, endlich 1300 die höchste Stufe der bürgerlichen Ehren erstieg und auf zwei Monate zu einem der Priori, d. h. zum Mitgliede der florentint sune Regierung, ernannt wurde, welches Amt nach einer eigenen Aussage die Quelle seiner spätern unglücklichen Schicksale wurde. Florenz, im Whel en guelfisch, war doch in die zwei Parteien der Weißen und Schwarzen geteilt, wovon diese zu den unbedingten Anhängern des Papstes gehörten, während jene mehr ghibellinisch gesinnt waren. D., welcher, ohne eigenklich Parteimann zu sein, doch mehr den Weißen zuneigte, ging im Sept. 1301 als Gesandter derselben nach Rom, um den offenen und geheimen Bonisaz v der Schwarzen entgegenzuarbeiten. Allein Bonifaz VIII. hatte bereits den Bruder des Königs Philipp IV. von Frankreich, Karl von Valois, nach Florenz zu kommen veranlaßt, vorgeblich um Frie den zwischen den Parteien zu stiften, in zuwerten aber, um die Partei der Weißen niederzuwerfen. Die Häuser und Güter derselben wurden der Zerstörung und Plünderung preisgegeben und viele von ihnen, darunter auch D., verbannt. D. betrat die geliebte Vaterstadt nicht wieder und hat sein Leben von diesem Augenblick an unstet an verschiedenen Orten unter verschiedenen Beschützern Wotoadt, Zunächst begab er sich von Rom nach Arezzo, dem Sammelplatze der verbannten Weißen, und 0 sich eine deh lang ihren Versuchen an in der Absicht, die Rückkehr in die Vaterstadt mit gewaffneter Hand sich zu erstreiten. Nachdem diese Versuche fehlgeschlagen, scheint sich D. nach Verona begeben zu haben, wo damals Bartolommeo della Scala herrschte und wo er an diesem, sowie namentlich später an dessen jüngerm Bruder Cangrande roßmütige Beschützer fand. Von da an verlieren ich meist die sichern Spuren seines Aufenthalts. Im J. 1306 war er in Padua und im Herbst gleien Jahres zu Serzena, wo er im Auftrage des Markgrafen Malespina einen Vertrag mit dem Bischof von Luni abschloß; man weiß ferner, daß er im Juni 1307 an einer Versammlung der Weißen zu San-Godenzo im Mugello behufs Fortsetzung des Kriegs gegen Florenz teilnahm. Unsichern Nachrichten zufolge soll er in den ersten hömern des Exils Paris besucht und sich bis zum Römerzuge Heinrichs VII. aufgehalten haben. Bei der ersten Kunde dieses letztern richtete D. 1310 ein feuriges Schreiben an die Italiener, 1311 ein solches an die Florentiner, die Sache des romantischen Kaisers, von dem er das Heil für sich und sein Vaterland erwartete, zu fördern. Die vergebliche Belagerung von Florenz und der 1313 erfolgte Tod des Kaisers vernichteten seine letzten Hoffnungen. Die letzten Jahre seines Lebens brachte er meist bei Cangrande in Verona, zuletzt in Ravenna unter dem Schutze des Guido Novella von Polenta zu, wo er überhaupt die meiste Zeit seines Lebens nach der Verbannung verlebt haben soll, immerwährend mit der Ausarbeitung seines großen Gedichts beschäftigt. Er starb zu Ravenna bald nach Vollendung desselben 14. Sept. 1321. Das Denkmal, welches ihm Guido in der Franziskanerkirche daselbst errichten wollte, kam nicht zu Stande; dafür ließ Bernardo Bembo, der Vater des Kardinals, die Kapelle, worin die Gebeine des Dichters ruhten, 1483 neu ausbauen und mit einem Sarkophag versehen. Bei Anlaß der 600jährigen Jubelfeier seiner Geburt 1865 wurden ihm in mehrern Städten Italiens Denkmäler errichtet, in seiner Vaterstadt ein von Enrico Pazzi verfertigtes Standbild auf der Piazza della Croce. Von seiner Gemahlin Gemma, aus dem mächtigen Geschlecht der Donati, die er um 1292, zwei Jahre nach Beatrices Tode, geehelicht, hatte D. mehrere Kinder (nach einigen Angaben sechs, nach andern sieben, wieder nach andern nur drei), wovon nur drei, Pietro, Jacopo und Beatrice, ihn überlebt zu haben scheinen. Sein ältester Sohn Pietro (gest. 1364) pflanzte das Geschlecht fort, welches sich bis zur zweiten Hälfte des 16. Jahrh. in Verona erhielt und hier in Ginevra, der Gemahlin des Grafen Antonio Serego, erlosch. D.s Schriften sind folgende: I. Kleinere Werke (Opere minorio, beste Gesamtausg. von Fraticelli, 3 Bde., Flor. 1861— 62): a) Das Neue Lebeno (Wita Nuovay), eine poetische Darstellung der Geschichte seiner Liebe zu Beatrice Portinari, aus den Gedichten bestehend, die er während ihres Lebens und nach ihrem Tode dichtete, wozu die prosaische Erzählung der jeweiligen Veranlassung zu denselben gleichsam den Kommentar bildet. Das anziehende Büchlein mag in seiner jetzigen Gestalt um 1300 vollendet worden sein. Es ist mehr als dreißig mal gedruckt worden (beste Ausg. von Giuliani, Flor.1863 u. 1868; Alessandro D'Ancona, Pisa 1872, und Witte, Lpz. 1876) und in fast alle europ. Sprachen übersetzt (deutsch von Oeynhausen, Wien 1824; Förster, Lpz. 1841; Jacobson, Halle 1877). b) Lyrische Gedichtes (Il Canzoniereo), eine Sammlung mehrerer Dichtungen erotischen und philos. Inhalts, zu verschiedenen Zeiten entstanden und von ungleichem Werte (gute Ausg. von Fraticelli, Flor. 1861, und Giuliani, Flor. 1863 u. 1868; deutsch von Kannegießer und Witte, 2 Bde., Lpz. 1842; von Krafft, Regensb. 1859). c) «über die Monarchien (De Monarchian), eine in den letzten Jahren des 13. Jahrh. (nach andern bei Anlaß des Römerzugs Heinrichs VII., wieder nach andern in den letzten Schritt des Lebens des Dichters) verfaßte lat. rift über das Verhältnis zwischen Staat und Kirche, worin der Dichter die Selbständigkeit des Staats und dessen Unabhängigkeit von der Kirche auf subtile Weise verteidigt (beste Ausg. von Witte, Wien 1874; Giuliani, Flor. 1878; deutsch von Kannegießer, 5 1845; Hubatsch, Berl. 1872). d) «aüber die Volkssprachex (De vulgari eloquentiay), eine Art Poetik, in den ersten Jahren des Exils verfaßt. Das Werk war auf mindestens fünf Bücher berechnet, wovon aber nicht einmal das zweite ganz zu Ende geführt wurde (beste Ausg. von Torri, Livorno 1850; Fraticelli, Flor. 1861; Giuliani, Flor. 1878; deutsch von Kannegießer, Lpz. 1845). e) „Das Gastmahlo ((I1 Conviviop), eine philos. Encyklopädie in Form eines Kommentars zu den philos. Gedichten des Verfassers, sehr gelehrt, das erte Beispiel wissenschaftlicher Prosa in der ital. Sprache und Litteratur, um 1309 verfaßt. Auch dieses Werk ist unvollendet geblieben. Von den 14 Canzonen, die in demselben hätten kommentiert werden sollen, sind nur drei kommentiert worden (beste Ausg. mit umfassendem Kommentar von Giuliani, 2 Tle., Flor. 1875; deutsch von Kannegießer, Lpz. 1845). ) Briefe (Epistoler); es sind deren gegenwärtig 14 bekannt, wovon jedoch einige von zweifelhafter Echtheit. Mehrere sind für die Kenntnis des Dichters und das Verständnis seiner Werke von hoher Wichtigkeit (beste Ausg. von Torri, Livorno 1842; Fraticelli, Flor. 1862; deutsch von Kannegießer, Lpz. 1845). g) (Die Abhandlung über das Wasser und das feste Lando (Quaestio de aqua et terrao), eine 1320 verfaßte Untersuchung der damals vielbesprochenen Frage, ob das Meer irgendwo höher sei als das Land, das daraus hervorragt (Ausg. von Torri, Livorno 1843; Fraticelli, Flor. 1861; Giuliani, Flor. 1881). h) Die «Eklogend, zwei poestische Sendschreiben in lat. Sprache an den Dichter Joh. de Virgilio in Bologna (Ausg. von Fraticelli, Flor. 1861; deutsch von Krafft, Regensb. 1859). II. Die Divina Commedias ((Göttliche Komödier), ein Meisterwerk der Dichtung, noch immer in ihrer Art unerreicht dastehend, ist zunächst die Schilderung des Lebens der Seelen in den drei jenseitigen Reichen und zerfällt demgemäß in drei Teile: die Hölle, das Büßerland und das Paradies. Jeder dieser Teile besteht aus 33 Gesängen; voran geht ein einleitender Gesang, sodaß das Ganze gerade 100 Gesänge umfaßt. Den Namen «Commediao hat der Dichter selbst seinem Werke gegeben nach dem Brauche seiner Zeit, welche mit diesem Namen jede Dichtung bezeichnete, welche heiter endete, mochte fl auch, wie bei D., im übrigen einen durchaus ernten Charakter tragen. Das Beiwort divina hat die bewundernde Nachwelt hinzugefügt. In einer visionären Reise gelangt der Dichter, von Virgil, dem Symbol der weltlichen Autorität, geführt, durch die im Innern der Erde bis zu deren ittelpunkt trichterförmig sich verengende Hölle und durch den in Terrassen abgeteilten Reinigungsberg, welcher auf der andern Hemisphäre einsam aus den Fluten des Meeres emporsteigt, zum irdischen Paradiese, dem ersten Wohnorte der enschen. Hier erscheint Beatrice, das Symbol der kirchlichen Autorität, und 7 ihn, nachdem er durch Buße und Reue versöhnt worden ist, durch die sieben Planetenhimmel, den Firsternhimmel und das primum mobile zum ewig ruhenden Sitze der Gottheit oder dem Empiräum. In allen Teilen der von ihm durchwandelten Welten erwecken Gespräche mit bedeutenden, meist erst kürzlich verstorbenen Personen bald die innigste Wehmut, bald grauenvolles Entsetzen und Abscheu, bald werden die tiefsinnigsten Fragen der damaligen die Lurgert und Theologie besprochen und gelöst, die bürgerlichen und sittlichen Verhältnisse Italiens, die Kirche und der Staat in ihrer Ausartung mit edelm sittlichen Zorn geschildert, womit das Gedicht zu einem allumfassenden, erhabenen und ergreifenden Zeitgemälde wird. Nach ihrer allegorischen Bedeutung ist die Divina Commediao die poetische Darstellung des Wegs, den der sündige Mensch gehen muß, um zur Ruhe und Seligkeit des diesseitigen und jenseitigen Lebens zu Rlangen, die Epopöe der menschlichen Erlösung. Die Zahl der Ausgaben derselben belief sich 1882 auf 347, wovon 15 im 15. Jahrh., 30 im 16. Jahrh., Z im 17. Jahrh., 31 im 18. Jahrh. und 268 im 19. Jahrh. gedruckt wurden. Die wichtigsten darunter sind die vier ältesten, von Foligno, Jesi, Mantua und Neapel aus dem J. 1472 (zusammen in einer Prachtausg. neu herausg. von Lord Vernon, Lond. 1858), die Vindeliniana (Vened. 1477), die Nidobeatina (Mail. 1477—78), die Aldina (Vened. 1502 u. 1515), die Giuntina (Flor. 1506), die der Crusca Flor. 1595), die Cominiana (Padua 1727), die von Lombardi (3 Bde., Rom 1791 u. öfter), Dionisi (Parma 1795), die dritte der Crusca (2 Bde., Flor. 1837), die von Foscolo (4 Bde., Lond. 1842), Witte (Berl. 1862) und Scartazzini (3Bde., Lpz. 1874 -82). Durch verschwenderische Pracht der Ausstattung ragen namentlich hervor: die von Zatta(mit 110Kupfertafeln, 5 Bde., Vened. 1757), von Dionisi (3 Bde., Parma 1796), die pisaner (4 Bde., 1804), die mailänder von 1809 (3 Bde.), die florentiner dell' Ancora (mit 125 Kupfertafeln, 4 Bde., Flor. 1817— 19), die von Mondovi (1865), von Lord Vernon (3 Bde., Lond. 1858—65) und die neuern mit den Illustrationen von Doré. ö Das Gedicht ist außerordentlich oft, nicht allein in alle lebenden Sprachen, sondern auch in verschiedene Dialekte, sowie ins Lateinische, Griechische, sogar ins Hebräische übersetzt worden. Deutschland besitzt gegenwärtig allein einige dreißig Übersetzungen desselben, wovon die älteste von Bachenschwanz in Prosa (3 Bde., Lpz. 1767— 69), die jüngste von Bartsch in regelrechten Terzinen (3 Bde., Lpz. 1877). Die getreuesten und besten sind die von Philalethes König Johann von Sachsen, 3 Bde., Dresd. 1839 —49; neueste Aufl., 2 Bde., Lpz. 1877) und Witte (Berl. 1865; 2. Aufl. 1876), beide in reimlosen Jamben. Unter den übrigen sind nennenswert: die von Kannegießer (3 Bde., Opz. 1814—21: 5. Aufl. 1873), Streckfuß (Halle 1824—27: 9. Aufl., Braunschw. 1871), Notter (2 Bde., Stuttg. 1871 —72) und Krigar (3 Bde., Berl. 1870—72, mit Illustrationen von Dore), sämtlich in Terzinen, sowie die in reimlosen Jamben von Kopisch (3. Aufl. von Paur, Berl. 1882) und Blanc (Halle 1864). Die Fülle histor. Beziehungen, sowie namentlich die theol. und philos. Tiefe des Gedichts hat eine fast unübersehbare Menge von Kommentaren und sonstigen Erläuterungsschriften hervorgerufen. Der älteste bekannte Kommentar, von Jacopo della Lana, ist vor 1328, also etwa sechs Jahre nach des Dichters Tode, geschrieben (gedruckt in der Vindeliner⸗ und Nidobeatiner-Ausg. der Dixina Commediao; neue Ausg. von Scarabelli, Mail. 1865 u. Bologna 1866); etwas jünger und von dem genannten hera 4 Pon Torti der sog. Anticov oder Ottimoy (herausg. von orri, 3Bde., 11 1827 — 29) und der florentiner Anonymus (herausg. von Fanfani, 3 Bde., Bologna 1866— 74). Gegen die Mitte des 14. Jahrh. ist der lat. Kommentar des Sohnes des Dichters, Pietro Alighieri, geschrieben worden (herausg. von Vernon, Flor. 1845). Ein halbes Jahrhundert nach des Dichters Tode schuf seine Vaterstadt einen besondern Lehrstuhl, auf welchen Boccaccio berufen wurde, um die Dixvina Commediav öffentlich zu erklären. Andere Städte, wie Pisa, Bologna, Mailand, folgten diesem Beispiele. Aus diesen Vorlesungen gingen die Kommentare des Boccaccio (beste Ausg. von Milanesi, 2 Bde., Flor. 1863), Francesco da Buti (3 Bde., Pisa 1858—62), Benvenuto Rambaldi von Imola (3 Bde., Imola 1855 —56), Guiniforte Barziza (Mars. 1838) u. a. hervor. Dem 15. Jahrh. gehört der geschätzte und vielmals gedruckte Kommentar des Landino an (1. Ausg., Flor. 1481); im 16. Jahrh. haben namentlich Vellutello (1. Ausg., Vened. 1544, seitdem öfters) und Bernardino Daniello da Lucca (Vened. 1568) geschätzte Kommentare verfaßt. Aus neuerer und neuester Zeit sind die bedeutendsten: Lombardi (3 Bde., Rom 1791, seitdem öfters; beste Ausg., 5 Bde., Padua 1822), Tommaseo (3 Bde., Vened. 1837 u. öfters; beste Ausg., Mail. 1865), Bianchi (7. Aufl., Flor. 1868), Fraticelli 6. Aufl., Flor. 1871), De Marzo (3 Bde., Flor. 1864—82) und der das gesamte frühere Material kritisch verarbeitende Kommentar von Scartazzini (in der erwähnten Textausgabe). Was außerdem von Poggiali, Biagioli, Costa, Cesari u. a. für die Interpretation der Divina Commedias geleistet worden, ist nicht von Belang. Zur Erklärung der Divina Commediad dient vorzüglich Blanc, Vocabolario Dantescob (Lpz. 1852), daneben auch Boccis Pizionario storico, geografico, universale della Divina Commedia v (Rom 1874) u. v. a. Unter den zahlreichen deutschen Wiisle über D. ragen hervor; die Kommentare von Philalethes und Witte, die biographisch-litterarischen Werke von Wegele (D.s Leben und Werke», 3. Aufl., Jena 11879), Scartazzini (4D., seine Zeit, sein Leben und seine Werken, Biel 1869; Abhandlungen über D.o, Ferban 1880) und Scheffer-Boichorst (Aus D.s Verbannungo, Straßb. 1882), sowie das Jahrbuch der 1865 gegründeten Deutschen Dante-Gesellschaft Gd. 1—4, Lpz. 1867—77). Unter den llustraetionen zu D.s Hauptwerke sind die von Flaxman, Genelli, Doré und besonders von Scaramuza zu 1nennen. Verzeichnisse der sehr umfangreichen Dante-Litteratur geben de Batines (4Bibliogratia Dantescav, 2 Bde., Prato 1845—48), Ferrazzi (Manuale anteéscoo, 4 Bde., Bassano 1865—7ʃ), Petz-Catalogus bibliothecae Danteae Dresdensiso, Lpz. 1882) und Scartazzini (im 3. u. 4. Bde. des Jahrbuch der Deutschen Dante-Gesellschafto). Erschöpfende Auskunft über die gesamte deutsche Dante-Litteratur findet man bei Scartazzini (Dante in Germania , 2 Bde., Mail. 1881—-83). Von den ältern Biographen des Dichters sind die bedeutendsten Boccaccio und Bruni; von den neuern Pelli EMemorie per serrire alla vita di D.„, 2. Aufl., Flor. 1823), Cesare Balbo (Vita di D.v, 2 Bde., Tur. 1839) und Fraticelli (Storia della vita di D.o, Flor. 1861). Die Vorgänger D.s behandelt das Werk von d'Ancona, I precursori di D.5 (Flor. 1874), das Gesamtgebiet der Dante-Wissenschaft in übersichtlicher encyklopäd. Darstellung Scartazzini, Dantologias (Mail. 1883).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 865Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 2

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Literatur & Sprache 6