FeedDantiscus (Joh.)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Dantiscus (Joh.), neulat. Dichter, wurde 1485 zu Danzig geboren. Von seinem Geburtsorte entlehnte er den Namen D., dessen er sich statt seines eigentlichen Namen Flachsbinder bediente. Seine Bildung erhielt er auf der krakauer Akademie. Nachdem er einige Zeit lang zur Verteidigung des Landes im poln. Heere gedient hatte, durchwanderte er Palästina, Syrien, Arabien und Griechenland. Nach seiner e ins Vaterland zog er durch seine Gedichte die Aufmerksamkeit des Königs Sigismund I. auf sich, der ihn zu seinem Hofsekretär ernannte. Später trat er in den geistlichen Stand, verblieb aber als Sekretär an der Seite des Königs und begleitete diesen nach unt des wo er sich durch seine Gedichte die Gunst des Kaisers Maximilian I. in dem Grade erwarb, daß er von diesem als Dichter gekrönt und unter dem Namen von Hofen (a Curiis) geadelt wurde. Seine Sprachkenntnisse und sein Geschick zu dipJlomatischen Geschäften veranlaßten den König von Polen, ihn an den Kaiser Karl V. zu senden. Um 1535 kehrte er, nachdem er noch den Kaiser Karl V. bis nach Spanien begleitet, nach Polen zurück und wurde erst zum Bischof von Culm, dann zum Bischof von Ermeland erhoben. Innige Freundschaft verband ihn mit Kopernikus und Hosius; auch unterhielt er mit den Anhängern Luthers vertrauliche Verbindungen. Er starb 1548. Seine Gedichte, meist Gelegenheitsgedichte über die Zeitverhältnisse (gesammelt von Böhm, Bresl. 1764), zeichnen sich durch reine Latinität und klare Gedanken aus, doch fehlt es ihnen vielfach an wahrer Poesie. Vgl. Czaplicki, De vita et carminibus Joannis Dantisci (Bresl. 1855).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 868Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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