Darfertit oder Dschenakhera, Land in Innerafrika, südlich von Darfor und nördlich von den Niam-Niam gelegen, vom Gazellenflusse und Abu-Dinga oder Bahr-el-Arab bewässert. Nach Schweinfurth, der es als erster Europäer Dez. 1870 bis Febr. 1871 durchreiste, ist es eine fast unbewohnte Wildnis und ein Hauptbereich des Sklavenhandels, dessen ursprüngliche Bevölkerung so ziemlich ausverkauft ist. Schon seit langer Zeit haben die Sklavenhändler (Dschellabahs) das Gebiet des Gazellenstusses heimgesucht; einige derselben Rapen sich darin sestgesetzt und ausgedehnte Niederlassungen, sog. Dehnes (Städte) als Depöts für ihre schwarze Ware gegründet. Allmählich schlossen sich ihnen die Elfenbeinjäger mit ihren bewaffneten Banden an, und damit wurden die vereinigten Dehnes und Seribas die Marktplätze des Sudan. Schweinfurth hat im Fertit fünf solcher Handelsplätze kennen gelernt. Mit dem Namen Fertit bezeichnet man wohl alle heidnischen Völker im Süden von Darfor, insbe-Renunt nennen die Fori und Baggära die Kredytämme als Volk zum Unterschiede von den Niam-Niam Fertit. Mit demselben Namen bezeichnet man im Sudan auch den Guineawurm, wahrscheinlich weil diese Negerstämme besonders dieser Plage ausgesetzt sind. In ethnogr. Beziehung bietet D. ein seltenes und wunderliches Völkergemisch: im Westen neben den Bongo finden sich Golo und Sere, noch westlicher und sonst überall gruppenweise verteilt die Kredy, entschieden die häßlichsten von allen; am häufigsten trifft man Nduggo, weiterhin Hongbongo und Beia. Schweinfurth nennt serner die Baggaära-el-Homo, die Manga, die Benda die Abu-Dinga, Adyah, Marah. Der Bahr-el-Ara oder el-Ada oder Solongo soll vom Berglande Schale im westl. Fertit herkommen, wo eine Tagereise östlich von den Bergen ein großer Ort mit gemischter Bevölkerung, Hofrat-en-Nahas, in einer von isolierten Bergen umgebenen, wasserreichen und sehr fruchtbaren Ebene unter 9 48 nördl. Br. und 24 5 östl. L. von Greenwich liegt. Die Kupfergruben, 1 Km südwestlich von diesem Orte, sind weithin bekannt. Der Erzgang erstreckt sich von Nordwest nach Südost und ist auf eine weite Strecke sichtbar, da er 60 em über die Oberfläche des Bodens emporragt, doch werden nur die reichsten Teile des Erzganges ausgebeutet. Das Land ist Agypten unterworfen und gehört zur Mudirieh Schegga.