Dariel oder Darial, ein Engpaß, im russ. Gouvernement Tiflis, im Bergbezirke, an der Grenze des Bezirks Wladikawkas im Kaukasus, unter 42 35 nördl. Br. und 62 35 östl. L. von Cerrts Die enge Schlucht D. bildet das Thal des erekquellflusses, welches von Wladikawkas bis an den Ostfuß des Kasbek auf einer Entfernung von 67 km von 799 bis zu 1894 m ansteigt. Die Darielschlucht ist bekannt durch die großartige Wildheit ihrer Natur. In jähen, oft senkrechten Abstürzen engen überall die Gebirge mit ihren Steilwänden die schmale Terekrinne ein; in der Tiefe stürzt der Terek mit der größten Gewalt und wildem Ungestüm, sodaß zuweilen, besonders im Frühlinge, wo sein Strom durch den im Hochgebirge schmelzenden Schnee — anwächst, der an sich schmale und beschwerliche Durchgang auf einige Zeit gesperrt wird. Die engste und beschwerlichste Stelle findet sich bei Darial, einem alten, am rechten Terekufer und auf einem Berge befindlichen Kastell, welches 140 v. Chr. von dem Iberischen Könige Mirwanus zum Schutze gegen die nördlicher wohnenden Chasaren erbaut sein soll; vielleicht ist es jedoch das alte Cumania des Strabo. Die orient. Schriftsteller nennen den Paß Dari-allan, die Tataren —r was soviel wie steiler, enger Felsweg heißen soll; von den Grusiern wird er Hewis-Kari genannt. In der Darielschlucht führt an dem rechten Ufer des Terek die gewöhnlich mit dem Namen der Großen Grusinischen Heeresstraße bekannte Bahn, welche die Nordseite des Kaukasus mit den Geor-Ruwae Provinzen verbindet, ein Kunstbau ersten anges, denn oft mußte im Felsenreiche selbst mit Hilfe des Pulvers der Weg gebahnt werden; der Bau wurde während der Regierung des Kaisers Alexander I. unternommen und unter der Verwaltung des Fürsten Barjatinsky ausgeführt. In der ersten Darielschlucht erreicht die Heerstraße übriens nicht ihre größte Erhebung, denn in einer südicher gelegenen Bergkette steigt sie bei der Station Kobi zu 2018 m, und in der südlichsten dritten Kette, etwas nördlich von der Station Gudaur, auf dem Passe des Kreuzberges endlich, erreicht sie ihre höchste Erhebung von 2672 m. Hier beginnt nun ein 200 rascher Abfall in dem Thale des Aragwi, welches zu der Niederung des Kur führt, an welchem die Hauptstadt Tiflis liegt.