Darius III. Kodomannus, der letzte König der Perser, war der Sohn der Sisygambis, einer Tochter Artaxerxes' II., väterlicherseits Urenkel D. II. und der Parysatis, Enkel des Ostanes und Sohn des Arsanas. Nachdem der Eunuch Bagoas den König Arses, Sohn Artaxerxes' III. (s. d.), nebst seiner ganzen Familie ermordet hatte, erhob er den Kodomannus, einen der letzten Achämeniden, unter dem Namen D. III. auf den Thron (336). Als Bagoas auch D. nach dem Leben trachtete, ließ ihn dieser töten. D. erwarb sich den Ruhm eines milden und gerechten Fürsten und war persönlich tapfer, wie er schon unter Artaxerxes in einem Kriege gegen die Cadusier bewiesen hatte, aber dem Angriffe Alexanders d. Gr. vermochten er und sein entkräftetes Reich nicht zu widerstehen. Nachdem am Granikos 334 Mithridates, der Eidam des Königs, besiegt worden war, verlor D. selbst 333 die Schlacht bei Issos; seine Mutter, seine Gemahlin und drei seiner Kinder sielen in Alexanders Gewalt, den D. vergeblich zum Frieden zu bewegen suchte. Die entscheidende Schlacht bei Gaugamela (2. Okt. 331) öffnete dem siegreichen Alexander den Weg nach Susiana und in das eigentliche Persien. D. floh nach Etbatana in Medien, und als ihn Alexander verfolgte, nach den nördl. Provinzen. Auf dem Wege bemächtigte sich Bessus, der Satrav von Baktrien, seiner Person. Alexander selbst eilte, den König zu retten; als aber D. sich weigerte, dem Bessus auf der Flucht zu folgen, verwundete ihn dieser tödlich und ließ ihn hülhlos auf seinem Wagen liegen. Sterbend fanden ihn die Reiter Alexanders. Ein Macedonier reichte ihm den letzten Labetrunk und erhielt von ihm den Auftrag, dem Alexander für die Großmut zu danken, die er an seiner Familie bewiesen. Alexander, der gleich darauf hinzukam, fand D. schon verschieden (330). Er sendete den toten Körper der Sisygambis, um ihn in dem Begräbnisse der pers. Könige beizusetzen. Die neuere Legende der Perser kennt D. I. und D. III. unter dem Namen Därä; aber die Geschichte ist legendenhaft verdreht, der letztere ist der Sohn des erstern und mütterlicherseits Großvater Alexanders. Mit diesen drei persischen D. ist nicht zu verwechseln der im Buche Daniel allein erwähnte rätselhafte Darius der Meder, wahrscheinlich ein Unterkönig Mediens zur Zeit des Cyrus, welcher vor der Einnahme Babylons durch letztern schon die Babylonier bekriegt hatte.