David von Dinant, mittelalterlicher Philosoph, war der bedeutendste der Amalrikaner, der Schüler des 1206 als Lehrer der anemeb gestorbenen Amalrich von Bena. Von seinem Leben ist wenig bekannt; er scheint auch schon vor dem J. 1209 gestorben zu sein, in welchem seine Lehren wie diejenigen der ganzen Schule luß der Synode von Paris verdammt wurden. Außer dem Titel einer dabei erwähnten Schrift Quaternulin ist von D. nur ein Liber de tomiso oder ede divisionibuso bekannt. Wie schon der letztere Titel, so erinnert die darin vorgetragene realistische und pantheistische Lehre an Scotus Erigena (s. d.); sie scheint aber auperdent auf die Bekanntschaft mit den spätgriech. und den arab. Kommentatoren des Aristoteles, vor allem aber mit der bis dahin im Abendlande unbekannten Physik und Metaphysik des Aristoteles zurückzuweisen. Die originelle, teils an den Neuplatonismus, teils an den Averroismus erinnernde, dem des.D. Käßt in gewissem Sinne vorgreifende Lehre des D. läßt sich in folgenden Sätzen zusammenfassen: Alles, was ist, ist entweder Körper, oder Seele, oder Idee. Das Prinzip der Körper ist die Lerste Materiev, von der alle Körper nur vorübergehende Erscheinungen sind; dasjenige der Seelen 15 in demselben Sinne das Denken, dasjenige der Ideen aber die Gottheit. Die Materie, das Denken und die Gottheit sind sämtlich einfache, abstrakteste Begriffe; über ihnen gibt es kein Höheres, sie sind deshalb nicht zu unterscheiden, sie sind identisch: Deus est omnia. Diese Lehre fand von seiten der Kirche den schärfsten Abempatera sie wurde nochmals in aller Form auf dem Laterankonzil von 1215 verurteilt und Albert von Bollstedt wie Thomas von Aquino bekämpften sie. Vgl. Krönlein, «über Amalrich von Bena und D. von Dinante (in Theol. Studien und Kritikeno, Jahrg. 1847), und Jourdain, «Mémoire des sources philosophiques des héresies d'Amaury de Chartres et de D. de Dinanto (in Bd. 26 der „Mémoires de P'académie des inscriptionsb)“