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Handwerk & GewerbeBrockhaus 1882

Decime (décime) heißt das ehntel des franz. Franc = 10 Centimes, s omit als Bruchteil der Geldeinheit 8½ Pfennig deutsche Währung. Der D. ist durch ein Münzstück vertreten, welches in Frankreich seit 1796 aus Kupfer hergestellt wurde, seit 1852 aus Bronze angefertigt wird. In Belgien prägte man die Stücke zu 10 Centimes seit 1861 aus Reusilber (durch das Gesetz sind diese als Nickelmünzer bezeichnet); bis in 1860 münzte man sie aus Kupfer, später tauschte man diese Stücke gegen die neusilbernen um. In der Schweiz werden die Stücke zu 10 Rappen oder 10 Centimen lauch Batzen genannt) seit 1851 hergestellt, und zwar aus Nickelbronze mit einem Silberzusatz. In Italien erfolgt auf Grund der sog. Lateinischen Münzkonvention von 1865 die Prägung der Stücke zu 10 Centesimi ganz wie in Frankreich. In Rumänien prägt man (seit 1867) die Stücke zu 10 Bani (10 Centimes) gleichfalls genau wie die entsprechenden franz. Münzen, und so auch seit 1868 in Serbien die Stücke zu 10 Parà und neuerdings in Bulgarien die Stücke zu 10 Stotinki; in dem letztgenannten jungen Staate wurde die Münzprägung 30. Okt. 1880 zur Licitation ausgeschrieben. D. (das lat. decima) wird ferner mehrfach ein Zuschlag zu gewissen Abgaben, vorzüglich zu Zöllen genannt (wenn er sich aus Kriegslasten herschreibt, speziell Kriegsdecime, Kriegszehnt, décime de guerre); dann hieß in Frankreich so die ehemalige Zehntsteuer auf die Einkünfte der Geistlichen, sowie (im Plural décimes) die jährliche Abgabe von geistlichen Pfründen an den König, der Pfründenzehnt. Deeimieren (vom lat. decem, zehn) heißt: von einem Heeresteil, der sich der Feigheit oder Meuterei schuldig gemacht, den zehnten Mann mit dem Tode bestrafen. Die Entstehung dieser grausamen Maßregel fällt in das Altertum. Bei den Römern soll sie zuerst der Konsul Appius Claudius Sabinus im Kriege gegen die Volsker 471 v. Chr. angewendet haben; in spätern Zeiten, besonders nach dem ersten Bürgerkriege, auch unter den Kaisern, kommt sie noch oft vor, freilich in der Form der Vicesimation oder der Centesimation, wobei jeden zwanzigsten, respektive hundertsten Mann der Tod traf. Im Mittelalter erscheint die Strafe seltener, und zum letzten mal ist sie im Dreißigjährigen Kriege nach der zweiten Schlacht von Breitenfeld 1642 an dem feldflüchtigen Regiment Madlo ausgeübt worden. Doch haben Feldherren auch später noch damit gedroht. ö Deeimo (ital., d. h. Zehntel), bis zur Einführung des franz. metrischen Systems (Ende 1870) ein kleines Längenmaß in Rom, der zehnte Teil der Oncia (des Zolls) und /1eo des Bau-Palmo (Palmo Architettonico) 1,8599 min. Deeina (ital., d. h. Zehner), bis zur Einführung des franz. metrischen Systems (Ende 1870) ein Handelsgewicht in Rom von 10 Libbre oder Pfund

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 933Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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