Deger (Ernst), bedeutender Historienmaler, geb. 15. April 1809 zu Bockenem im Hannöyerschen besuchte 1828 die berliner Akademie und studierte sodann zu Düsseldorf. Hier war Schadow sein Lehrer, welcher durch seine Sorgfalt auf Vollendung der äußern Form weit günstiger auf D. wirkte als Wach in Berlin. Schon im zweiten Jahre seiner düsseldorfer Schulzeit erregte er mit der Pieta und Beit Es erfolgten nun viele Privataufträge und Bestellungen von Kirchenbildern, von denen namentlich die hoheitsvolle und anmutige Madonna für die Jesuitenkirche in Düsseldorf (gestochen von A Killer, C. Müller und A. Glaser) allgemeine Anerkennung fand. Einen großartigen Auftrag erteilte D. hierauf der Graf Fürstenberg-Stammheim, indem er durch den Künstler und dessen Gesinnungsgenossen Ittenbach und Karl und Andreas Müller die neuerbaute Apollinariskirche zu Remagen am Rhein mit Fresken schmücken ließ. Die genannten Künstler bereiteten sich zu dem großen Werke durch einen vierjährigen Aufenthalt in Italien vor, wo D. vor allem die großen Meister des florentin. Quattrocento studierte. Die Herstellung der Wandgemälde in Remagen dauerte von 1849 bis 1851. Mit ser 8 entstand die großartigste Leistung der düsseldorfer Schule. Es folgte nun die Dekoration der Schloßkapelle zu Stolzenfels am Rhein, in welcher der Meister lebensgroße Heiligengestalten in zierlicher Durchführung anbrachte. Außerdem gingen fortwährend zahlreiche Einzelarbeiten für Kirchen und Altäre aus D.s der duseldorf Seit 1869 wirkt er als Professor an der düsseldorfer Akademie. D. nimmt in der neuern religiösen Kunst, ähnlich wie der ihm kongeniale Führich, eine selbständige Stellung ein. Er hält sich ebenso fern von der hohlen Ascetik der Nazarenischen Schule als von der Unselbständigkeit derjenigen, welche den Triumph der modernen kirchlichen Malerei im sklavischen Kopieren der alten Meister erblicken. Sein Ideal wurzelt in treuerm Erfassen des Naturbildes, Eatsfer r. nicht ohne die holdeste Verklärung religiöser Begeisterung. Alle seine Werke atmen tiefen Ernst, überzeugung und ergreifende Innigkeit. Degerando (Jos. Marie, Baron), franz. Philosoph, bekannt durch seine philanthropischen Bestrebungen, geb. 29. Febr. 1772 zu Lyon, ging nach Vollendung seiner Studien 1797 mit seinem Jugendfreunde Camille Jordan nach Paris und als dieser, ein Mitglied des Rats der Fünfhundert, nach dem 18. Fructidor geächtet wurde, nach Deutschland. Hier schrieb er seine von der Akademie gekrönte Abhandlung, die er später in der Schrift «Des signes et de Part de penser, considérés dans leurs rapports mutuelso (4 Bde., Par. 1800) erweiterte. Seine von der berliner Akademie gekrönte Abhandlung De la génération des connaissances humaines „ (Berl. 1802) war ein Vorläufer der «Histoire comparée des systèmes de philosophier (3 Bde., Par. 1803; deutsch von Tennemann, 2 Bde., Marb. 1806— 7), eines der besten Werke der Franzosen über die Geschichte der Philolur Mi Napoleon ernannte ihn zum Generalsekretär im Ministerium des Innern. Mehr noch als durch seine rein philos. Werke hat sich D. durch seine philanthropischen Schriften und Bestrebungen Verdienst erworben. Dahin gehört das treffliche Werk „Le visiteur du pauvrer (Par. 1820 u. öfter; deutsch von Schelle, Quedlinb. 1831), das den Monthyonschen Preis erhielt, und sein CCours normal des instituteurs primaires v (Par. 1832). Ferner sind zu erwähnen: „Du perfectionnement moral, ou de l'éducation de soi-méme (2 Bde., Par. 1824 u. öfter; deutsch von Schelle, 2 Bde., Halle 1829), Institutions du droit administratifo (2 Bde., Par. 1835; 2. Aufl. 1842), Education des sourds-muets de naissance (2 Bde., Par. 1827), Des progrès de l'industrie (Par. 1841) und besonders De la Bienfaisance publique (4 Bde., Par. 1839), eins der umfassendsten Werke über das Armenwesen. D. wurde nach der Restauration der Bourbons zum Pair erhoben und starb 12. Nov. 1842 als Vizepräsident des Staatsrats. Diegerloch, Dorf im württemb. Neckarkreis, 6 km südl. von Stuttgart, ein besuchter Vergnügungsort der Stuttgarter, zählt (1880) 2237 E., welche Obst und guten Rotwein bauen. Vom Exercierplatz, in der Nähe von D., bietet sich eine umfassende übersicht über die ganze Kette der Schwäbischen Alp dar.