Dürr (Wilh.), Historienmaler, geb. 9. Mai 1815 zu Villingen in Baden, kam 1830 an die wiener Akademie, wo Kuppelwieser ihn zur Historienmalerei anleitete. Seit 1840 hielt er sich längere Zeit in Rom auf, wo er in den Kreis gesinnungsverwandter Künstler, wie Overbeck, Deger, Müller, Ittenbach, Blaas, trat, denen sich auch VdenN Wagner und Rahl zugesellten. Beim Baden im Nemisee in Todesgefahr geraten, aus der ihn Rahl rettete, verfiel D. in eine Krankheit, die ihn 1843 zur Heimreise zwang. Hier entfaltete er nunmehr in langen Jahren eine äußerst rege Thätigkeit für zahlreiche Kirchen Deutschlands, Osterreichs und selbst Amerikas, auch versuchte er sich in Genrebildern, zu denen er unter anderm die Stoffe aus Hebels Alamann. Gedichten » entlehnte. D. wurde großherzogl. bad. Hofmaler und nahm in Freiburg i. Br. seinen dauernden Wohnsitz. Auf Ausstellungen und am Kunstmarkte sind seine Arbeiten selten zu sehen. Zu dem Besten, was er geschaffen, mhe au die Himmelfahrt Christi in der evang. Kirche zu Freiburg, die Bergpredigt im Münster daselbst, Sankt Bonifacius, die Taufe erteilend (fürstl. Kunstsammlung in Donaueschingen), die großen Wandbilder in der Pfarrkirche zu Rippoldsau, die Krönung der Jungfrau und die Pietè (Kolossalbild in der Kirche zu Schliengen), die Predigt des heil. Gallus (Galerie in Karlsruhe). Von seinen Porträts ist das des Botanikers Alex. Braun in Berlin hervorzuheben.