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ErdkundeBrockhaus 1882

Delemont, deutsch Delsberg, Hauptstadt des gleichnamigen m Me im schweiz. Kanton Bern, liegt 436 müber dem Meere, 26 km nordnordöstlich von Biel am linken Ufer der Sorne, die sich 1½ km unterhalb der Stadt in die Birs ergießt, in einem weiten fruchtbaren Kessel des bernischen Jura. Der Ort ist regelmäßig angelegt, mit breiten geraden Straßen, besitzt zwei kath. und eine prot. Kirche, ein Progymnasium, ein kath. Lehrerseminar, ein 1719 erbautes Schloß, einst Sommersitz der Fürstbischöfe von Basel, und zählt (1880) 3007 E., worunter 2208 Katholiken, 714 Protestanten, 77 Israeliten und 8 Andersgläubige. Mit Biel und Basel ist es durch die Hauptlinie der bernischen Jurabahn verbunden, von welcher hier die Linie D.⸗Pruntrut-Delle zum Anschluß an das franz. Bahnnetz abzweigt. Die bemerkenswertesten Punkte der Umgegend sind die wilde Klus Val des Roches, durch welche 4 km Bis. von D. bei dem Dorfe Courrendlin die Birs aus dem Münsterthale in den Thalkessel von D. eintritt, und etwa 2 km nördlich von D. die Schloßruine und Kapelle Vorburg oberhalb der Schlucht, durch welche die Birs den Kessel verläßt. — Der Bezirk Delémont umfaßt 266 aEm mit 13 624 E., meist franz. Zunge (16 Proz. deutsch) und kath. Konfession (10 ———* reformiert). Die Haupterwerbsquellen sind die Land⸗ und Alpwirtschaft, der Holzhandel und die Glasfabrikation. Zahlreiche Steinbrüche geben gute Bausteine (Kalk) und mehrere, neuerdings weniger ergiebige Derten erzgruben liefern den epeller d und Chenwer en von Choindez und Undervelier das nötige Erz.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 19Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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