FeedDorneck oder Dornach
ErdkundeBrockhaus 1882

Dorneck oder Dornach, Pfarrgemeinde im Bezirk Enim Birstal des schweiz. Kantons Solothurn im Birsthale unweit der Grenze der Kantone Basel und Bern gelegen, zählt (1880) 1169 meist kath. E. und besteht aus den beiden Dörfern D. und Dorneck-Brugg. Ersteres liegt von Weinbergen und Kornfeldern umgeben 334 m uber dem Meere, 8½ km südlich von Basel auf der rechten Thalseite am Fuße des 501 m hohen Juravorsprunges, welcher die Ruine der alten Burg D. trägt, und besitzt eine große Kirche mit dem Grabmal des berühmten franz. Mathematikers Maupertuis. Dorneck-Brugg, 294 müber dem Meere, 1¼ km nordwestlich von D. an der Birs und der Linie Basel-Biel der bernischen Jurabahn gelegen, ist der Amtssitz des Bezirks D. und besitzt ein Kapuzinerkloster und eine stattliche, 1823 vollendete Steinbrücke. Der Ort ist häufigen Überschwemmungen ausgesetzt; 1813 riß ein Hochwasser der Birs die alte Brücke und den an dieselbe gebauten Gefängnisturm weg, wobei 37 Menschen ihren Tod fanden. — Das Amt Dorneck-Thierstein umfaßt 177 qkm mit 12838 meist kath. E. (324 Protestanten), deren Haupterwerbsquellen die Land⸗ und die Alpwirtschaft, der Weinbau und Obstbau und die Seidenweberei sind. Früher eine Besitzung der Grafen von Thierstein, kam das Amt im 15. Jahrh. kaufweise an Solothurn, dessen Landvögte bis 1798 auf der Burg D. residierten. Im Schwabenkriege wurde hier 22. Juli 1499 das Heer des Schwäbischen Bundes in der Schlacht von D. von den Eidgenossen geschlagen. Im J. 1798 von den Franzosen nach kurzer Verteidigung eingenommen, wurde die Burg von den Landleuten eingeäschert und der Amtssitz darauf nach Dorneck-Brugg verlegt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 493Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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