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ErdkundeBrockhaus 1882

Delmenhorst, Stadt im Großherzogtum Oldenburg, 12 km westlich von Bremen, Hauptort des gleichnamigen Amts am Flüßchen Delme und an der Oldenburger Staatsbahn Bremen-Leer, ist Sitz des Verwaltungsamts, des Amtsgerichts und eines Nebenzollamts, hat eine höhere Bürgerschule und zählt (1880) 3178, als Gemeinde 5408 E., welche bedeutende Ziegeleien, Tabak⸗ und Cigarrenfabriken, eine Jutespinnerei und Weberei, eine Eisengießerei, besonders aber zahlreiche und große Korkfabriken, sowie vier wichtige Pferde— und Viehmärkte unterhalten. In unmittelbarer Nähe der Stadt befinden sich auf dem Schloßberge die Überbleibsel der alten Festung und Burg D., welche 1247 vom Grafen Otto erbaut ward und jetzt zum Krankenhaus eingerichtet ist. —Im J. 1371 erhielt D. städtische Rechte und Privilegien. Drei Nebenlinien des oldenburger Hauses wurden nach D. benannt, die dritte erlosch 1647. Zur Gemeindegehört die Ortschaft Deichhorst mit 593 E., zum Amte Delmenhorst (319 glem mit 21.680 C.) fünf ländliche Gemeinden, darunter Hasbergen (348 E.) an der Ochtum mit einer Brauerei und zahlreichen Korkschneidern, welche für die Korkfabriken arbeiten, und Hude (417 E.) an der Berne und Knotenpunkt der Bremen-Leer und der Hude-Nordenhammer Eisenbahn lam linken Weserufer) mit einer ehemaligen, 1272 gestifteten, 1538 zerstörten sehr reichen Cistercienserabtei, von welcher noch großartige Ruinen vorhanden sind. Zur alten Grafschaft D. gehörten außer der gleichnamigen Stadt⸗ und Landvogtei auch die Marschvogteien Altenesch und Berne (jetzt Amt Berne), welche das fruchtbare Stedingerland (s. Stedinger) ausmachten.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 25Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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