FeedDiest
ErdkundeBrockhaus 1882

Diest, Stadt und Festung im Bezirk Löwen der belg. Provinz Brabant, auf beiden Seiten des Demer, ist Station der Eisenbahn Aachen-Antwerpen Mosl Central Belge) und der Linie Tirlemontoll der Belgischen Staatsbahnen, hat mehrere Kirchen und Klöster, Hospitäler und — Anstalten, eine Mittelschule, ein von Geistlichen geleitetes Göymnasium und eine der und und zählt 7399 E., welche Hüte, Leder und Strümpfe verfertigen und sehr bedeutende Brauereien und Brennereien unterhalten. In der Hauptkirche befindet sich ein Grabmal des 1618 gestorbenen Sohnes Wilhelms des Schweigsamen. Im Mittelalter war die Stadt das Besitztum der Herren von D., nach deren Aussterben sie durch Heirat an den Grafen Johann von Nassau-Saarbrücken und nach dessen Tode 1472 an Wilhelm, Herzo von Jülich, kam. Dieser überließ sie 1499 durch Tausch an Engelbert von Nassau, Stammvater der Linie von Oranien, bei der sie bis zu König Wilhelms III. Tode 1702 verblieb. Nach mehrfachem Streite mit Friedrich J. von Preußen, der auf D. Anspruch machte, wurde sie endlich mit den übrigen oranischen Gütern und Würden dem deutschen Seralt Nassau-Dietz zuerkannt. An der Stelle der alten Wälle und Mauern erhebt sich eine 1837 —53 gebaute großartige Festung, die jedoch infolge des neuen belg. Verteidigungssystems bedeutungslos geworden ist.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 334Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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