FeedDemetrius Phalêreus
GeschichteBrockhaus 1882

Demetrius Phalêreus, so genannt von seinem Geburtsort Phaleron, einer der Hafenstädte Athens, berühmter attischer Gelehrter und Staatsmann, war von niederer Herkunft, geb. um 345. Er schloß sich dem Aristoteliker Theophrast als Schüler an und gewann als Redner und Anhänger der macedon. Partei bedeutenden Einfluß in Athen, wo ihn Antipaters Sohn, Kassander, 318 an die Spitze der Verwaltung der Stadt als deren „Verwesers stellte. Zehn Jahre leitete er diese aufs tüchtigste; die Athener erwiesen ihm die größten Ehren und sollen ihm so viel Statuen als Tage im Jahre errichtet haben. Als er aber im J. 307 beim Anzug des D. Poliorketes die Stadt verlassen mußte, warf die siegende demokratische Partei jene Statuen um, ja es ward sogar ein Todesurteil Theb. ihn erlassen. Er flüchtete sich zuerst nach heben und begab ach hernach nach Macedonien, und von dort 297 nach Kassanders Tode zu Ptolemäus I. nach Agypten, der sich seiner als Ratgeber bediente; auch legte er den ersten Grund zu der Alexandrinischen Bibliothek. Bei Ptolemäus II. Philadelphus dagegen war er von Anfang an in Ungnade. D. starb nicht lange nach 283 v. Chr. in der Verbannung in Oberägypten. Er war als Redner ausgezeichnet, obwohl er sich bereits von der strengen Weise des Demosthenes entfernte; auch gehörte er zu den gelehrtesten Peripatetikern. Er verfaßte an 50 Schriften histor., polit., philos., rhetorischen und grammatischen Inhalts; die Schrift über den rednerischen Vortrag, die sich unter seinem Namen erhalten hat, gehört einem spätern Zeitalter an; sie ist von Göller (Lpz. 1837), am besten in den „Rhetores Graecio von Walz (Bd. 9, Stuttg. 1836) herausgegeben. Die Fragmente seiner histor. Schriften und Reden sind in den Fragmenta historicorum Graecorumo und den Ausgaben der „Oratores Atticio gesammelt. Vgl. Ostermann, „De Demetrii Phalerei vita ete.o (Bd. 1 u. 2, Hersfeld 1847; Fulda 1857).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 35Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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