Demölogie (grch.), d. h. die Lehre vom Volk (s. Demos), ist nach Engel die Lehre von der Entstehung, dem innern einheitlichen Wesen und der Veränderung der staatlichen und andern menschlichen Gemeinschaften. Die Scheidung der Begriffe D. und Demographie (s. d.) ist analog derjenigen von Ethnographie und Ethnologie, sowie Geographie und Geologie (von welcher letztern Unterscheidung Engel die jetzige Geographier, soweit sie sich auf menschliche Einrichtungen, Staaten, Städte u. s. w. ausdehnt, zur Demographie rechnet, während er der Geologie die jetzt Geognosie genannte Wissenschaft als eigentliche Geographie gegenüberstellt). Eine besondere Darstellung seines demolog. Systems gibt Engel im 11. Jahrg. der Zeitschrift des Preußischen Statistischen Bureauv (Berl. 1871). Da er die menschlichen Gemeinschaften aus der Bestimmung und den Lebenszwecken des einzelnen Menschen entwickelt und die Förderung dieser Zwecke als das entscheidende Nützlichkeitsmerkmal jener Gemeinschaften ansieht, so verlangen Bau und Inhalt dieses Systems dessen Teilung in drei Abschnitte: philosophische, 2. öch und praktische D. Die Rder losophische D. behandelt den Menschen in der ihn umgebenden Natur, die menschlichen Gemeinschaften (des Blutes, wie in der Ehe, Familie, im Geschlecht, Stamm, in der Nation, Rasse; ferner des Raums, wie in der Haushaltung, dem Hause, der Ortsgemeinde, dem Kreise, der Provinz, dem Staat; endlich der Religion, der persönlichen Interessen), betrachtet sodann das Leben und die Lebensäußerungen der menschlichen Gemeinschaften in icher un wirtschaftlicher, geistiger, sittlicher, politischer und sozialer Beziehung, ferner die Organisation und Verfassung, die Lebensstörungen, Krankschnutt den Tod und Untergang. In letzterm Abchnitt'ist die sog. mathematische Statistik untergebracht; die positive D. ist entweder konkret oder vergleichend oder pragmatisch. Die praktische D. behandelt die Statistik als Methode. Die Aufgabe der D. ist eine dreifache. Zunächst werden die Thatsachen beobachtet und die Ergebnisse dieser Beobachtungen gesammelt, dann die beobachteten Thatsachen untereinander verglichen, schließlich wird auf analytischem Wege das Maß des Einflusses der Thatsachen, welche die beobachteten Veränderungen verursacht haben, bestimmt. (S. Statistik.)