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TechnikBrockhaus 1882

Ding ist in dem gewöhnlichen psychol. Mechanismus die Bezeichnung für jede in der Anschauung gegebene Vereinheitlichung verschiedener Empfindungsgehalte: die Synthesis der Empfindungen zu Anschauungen geht stets so von statten, daß die einzelnen Empfindungszustände als die Eigenschaften (sed.) eines ihnen gemeinsam zu Grunde lieenden D. erscheinen. So besteht uns die gesamte Außenwelt aus Dingeno. Allein diese Dingauffassung, anfänglich in derHauptsache durch die räumliche Kontinuität der einzelnen Empfindungsgehalte bedingt, zeigt sich bei genauerer Betrachtung als unsicher und eeil und daraus entspringt das Bedürfnis eines philosophisch gesicherten und festgestellten Dingbegriffs, wie er in dem ontolog. Begriffe der Substanz zu bestimmen gesucht wird. Darunter wurde nun zunächst eine konstante und wandellose Eigenschaftsverbindung verstanden, dann aber der Begriff dadurch vertieft, daß man Substanz den innern Grund einer solchen stetigen Eigenschaftsverknüpfung nannte und damit das Wesen der äußern Erscheinung gegenüberstellte. Dieses Wesen der Substanz bestimmten nun die verschiedenen philos. Systeme je nach ihrer Richtung entweder nur als materiell oder nur als geistig, oder sie nahmen sowohl körperliche als auch geistige Substanzen an, wonach sich die drei Weltanschauungen des Materialismus, Spiritualismus und 6.B. cartesianischer) Dualismus scheiden. Die Einsicht jedoch, daß alle diese Versuche immer wieder nur Eigenschaften zur Bestimmung des Wesens der Substanzen heranziehen können, führte bei Kant zu der Lehre vom Ding-an-sich, nach welcher, da bei Abzug aller Eigenschaften von der Substanz nur ein ganz dunkles und unerkennbares X übrigbleibt, eine Erkenntnis der D. an sich über-Cudt abgelehnt werden und die Dingheit oder ubstantialität nur als einer der Stammbegriffe oder Kategorien betrachtet werden soll, unter denen allein wir die Erfahrung aufzufassen und zu begreifen vermögen. Später hat freilich Kant selbst und noch mehr die weitern deutschen Philosophen fast aller Richtungen die D. an sich wieder für einen wotlen 3 möglicher Erkenntnis angesehen wissen wollen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 361Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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